Aufstrebendes Gemüse

Ein Blumentopf ist schon was Wunderbares. Meinen Füller habe ich zwischen die Pflanzen gesteckt und über Nacht sind mir daraufhin neue Ideen für meinen Blog erwachsen. Seitdem benütze ich den Blumentopf als Inspirationsquelle. Ein Hexenkessel ist rein gar nichts dagegen.

Heute Abend werde ich mein Laptop zwischen die Blumen quetschen. Mal sehen, was der Topf mir in diesem Fall an neuen Ideen zustecken wird.

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Lass dich nicht vom Mensch verführen

Leckerbissen für einen Karnivoren – nur nicht wegschauen! Krude Kost ist eine Wirklichkeit, der sich der Mensch nicht entziehen kann – seit Jahrtausenden. Mit dieser ist er geworden, was er ist. Der Mensch ist kein Produkt aus Blättern und Wurzeln. Er ist ein Produkt der Vielfalt. Dies kann zum Teil bitter anmuten.

Vor Hundertausenden von Jahren beschloss der Mensch, gescheiter zu werden. Er fing damit an, das Fleisch, das er erjagte, zu braten, kochen und sieden. Das Naturprodukt wurde bekömmlicher und, was besonders wichtig für die Entwicklung des Menschen war, leichter verdaulich. Der Körper benötigte weniger, um die Kost zu verdauen. Energie wurde frei. Diese kam der Entwicklung des Hirns zu Gute.

Das war ein kluger Schachzug. Der Mensch setzte sich vom Tier ab und wurde intelligent. Heute hat der Mensch, oder wenigstens ein Teil der Menschheit, vor dem eigenen Mut Angst. Er will auf den Fleischverzehr verzichten. In der Folge einer ökologischen Gehirnwäsche hat er dem Tier den Krieg erklärt und will es nicht mehr essen. Gewissen Leute wollen der Natur einen Teil ihrer Natur wegnehmen.

Gut versorgt mit fleischbefreiten Produkten aus den Massengemüsezuchten, gekauft im Supermarkt, bewegt sich der Mensch zurück in die Vor-Vorzeit des Fleischgarens. Der Mensch ist auf dem besten Weg, sich wieder zum Affen zu machen. Da lob ich mir den Hund, der nach wie vor dem Fleisch nicht aus dem Wege geht. Seinen Fang gönne ich ihm. Aber! Den wünsch ich mir nicht auf meinem Teller, weder geschüttelt, noch gekocht.

Kulinarisches geht über den Tod. Das vergessen alle, die sich über die Nahrungsmittelindustrie versorgen und missachten, dass eine Rippe mit dem ganzen Sammelsurium an Nerven, Sehnen, Fettgeweben und Muskeln, die dafür sorgen, dass sich das Tier bewegen kann, einmal ein Fell um sich hatte. Das Tier hat seine Würde. Es kann aber nun einmal nicht aus dem Nahrungskreislauf genommen werden, den die Natur dem Menschen vorgibt. Darum sei dem Hund gesagt: Lass dich nicht vom Mensch verführen – und ihm als Teilveganer, der auch mal ein Stück Fleisch ist, gewünscht: Guten Appetit!

 

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Parkierte Muscheln kalt gegessen

Parkierte Muscheln kalt gegessen, erwärmen das Herz.

Der lebende Beweis, dass diese „Moules parquées“ wirklich kalt gegessen wurden:

Im Gegensatz zu allen anderen Muschelgerichten werden diese Muscheln vor dem Verzehr nicht gekocht… Serviert wird dieses Gericht in Belgien. Schmeckt vorzüglich. Es ist von Vorteil, wenn man bei der Zubereitung wirklich frische Muscheln verwendet. Der Magen bedankt sich mit Wohlergehen dafür.

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Sisyphos at work

Dieser Hund heisst zwar Dädalus. Er verrichtet aber die Arbeit des Sysiphos.

Für alle, die nicht wissen, wer Sysiphos war, sei auf diese Stelle verwiesen. Sie vermittelt einen ersten Einblick von Sysiphos‘  Schaffen, das von keinem Erfolg gekrönt wird. Zum guten Glück ist der Grieche ein Einzelfall, der keine Entsprechung in der heutigen Zeit findet – ausser eben beim Hund Dädalus, der gerne etwas erreichen möchte, aber einfach nicht des Wassers Herr wird. Sein Namensgeber Dädalus hatte wenigstens noch ein Ziel. Welcher von den beiden Dädalus besser in die aktuelle Arbeitswelt passt, beantwortet der Hund mit seiner Aktivität gleich selber.

 

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Nachtgedanken

Die lange Sommerabende können bis tief in die Nacht hinein führen. Sobald die Sonne untergegangen ist, gehen neue Lichter an. Ihr Schein weist die die physische Strahlkraft jenes Sterns auf, der die Erde im Tagestakt aus dem Dunkel ins Helle herausholt und ins Schwarze wieder hinab senkt.

Hier ist die Rede von einem Licht, das für den Menschen gleichbedeutend scheint wie die Sonne. Der Mensch wäre ohne all das, was er spricht und schreibt, nichts mehr als eine Blume oder ein Tier, das ohne Erinnerung vor sich hin lebt und bei Bedarf weg gesteckt werden kann.

Da lobt sich das Klügste aller Geschöpfe seines Griffels, der ihn durch die Nachtstunden begleitet und aufschreibt, was den Tag erleuchtet – heller als die Sonne, die manchmal nur trübe in das Gemüt des Menschen strahlt, wenn er für einmal wieder in Schwermut sinkt.

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Die Menschwerdung der Schweiz

Von Einfalt zu reden ist nicht angebracht. Es ist Nationalfeiertag. Das Schweizer Kreuz trägt als Wappen keine Falten. Nur wenn es auf einer Fahne im Wind weht, kann es zu Faltenbildungen kommen – sogar zum mehreren Faltenbildungen. Ist die Fahne lange Wind und Wetter ausgesetzt, kann es zu einer Beschädigung des Stoffs kommen, welcher das Kreuz auf rotem Hintergrund trägt. Die Fahne kann reissen, zerfransen, an Leuchtkraft verlieren und sogar, derart verhutzelt, von empörten Schweizern als Schandfleck von der Stange gerissen werden.

 

Eine ganz andere Beschädigung des Schweizer Kreuzes findet statt, wenn dieses als Salat angerichtet ist und sich die 1. August-Feierenden hungrig auf das kanadische Buffet stürzen. Dann gibt es für den Schweizer Emblem keine Gnade. Die Schichtungen des Symbols werden Stück für Stück abgetragen.

 

Ob solcher Respektlosigkeit könnte Gut-Schweizer die Hände verwerfen und um Gnade des malträtierenn Salats flehen. Was sich nun als vaterländisches Schauspiel in der Salatschüssel zeigt, kann an keinem Fahnenmasten mehr aufgezogen werden. Die Restanz aus der Schlacht am Salatbuffet wäre eine offene Beleidigung der Eidgenossenschaft.

 

 

Ist sie aber nicht! Der abgedeckte Salat „Schweiz“ offenbart, woraus er wirklich besteht. Unter Spargel und Party-Tomaten werden die Ingredienzen typisch schweizerischen Küchentums sichtbar: Cervelat, Zwiebel und Käse.

Nimmt die Schweiz ihren Hut ab, offenbart sich darunter, was das prosperierende Land ausmacht: Nicht Einfalt, sondern eine Vielfalt an Farben und Formen. Der Veganer lebt neben dem Fleischesser, der Rote neben dem Gelben, die Rebe neben dem Weintrinker, alle Farben sind willkommen. Des Schweizers Sicht auf seine Welt beschränkt sich nicht auf das Schema Schwarz-Weiss,vielmehr Rot-Weiss. Im Gegenteil! Er öffnet Tor und Tür, damit die Vielfalt dem Land Erneuerung bringt.

 

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Der Flug des Spargelvogels

Der Frühling ist längst vorbei. Dennoch ist ein Schwarm Spargeln noch unterwegs. Er zieht als Spargelvogel seine Runden und lässt sich nicht eingefangen.

Denn der Frühling ist nicht an eine Jahreszeit gebunden. Die mit dieser Zeit des Jahres verbundenen Gefühle reichen weit in den Sommer hinein, besonders wenn Ferien anstehen.  Der Spargelvogel gilt als Beschützer dieser schönen, geruhsamen Zeit. Darum dreht er unbeirrt seine Kreise, blinzelt mit seinen zahlreichen Augen seinen Bewunderern zu und narrt seine Kritiker, die äffen, der Spargel Zeit sei längst vorbei.

Im Grunde haben diese Recht. Der Spargel darf bis zum 21. Juni geerntet werden. Als Kunstprodukt aber überlebt er ohne Problem dieses Datum.

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Sand in die Augen der Leute

Wie üblich hat es an einem G20-Gipfel wieder einmal gehörig gekracht. Protestiert wurde, diesmal in Hamburg, mit dem Presslufthammer, so dass Worte und Argumente nicht mehr gehört werden konnten. Geschuftet wurde in den Strassen der Hansestadt, als ob Palmyra und Bamiyan gleichzeitig dem Erdboden gleich gemacht werden sollten.

Viel Sachschaden, Straftaten und Verletzte werden beklagt. Es lässt sich aber sagen: Die Organisatoren des G20 sind selber schuld, wenn sie das Treffen in einer Grossstadt organisieren. An einem solchen Ort ist viel Material vorhanden, das kurz und klein geschlagen werden kann.

Das nächste Mal sollte dieses Treffen in der Wüste stattfinden. Dort könnten die Demonstrierenden unter dem Schutz der Polizei die Wüste demolieren und in Schutt und Asche legen.

Die Sandstreumühle

Diese wüsten Wüsten-Szenen werden die Öffentlichkeit allemal schockieren, denn keine Botschaft ist besser verkündet, als wenn sie in den Sand gebaut wird. Der Rauch der Petarden wirbelt auf und auch der Sand, wenn die Protestmaschinerie durch diesen wühlt. Der Rauch löst sich auf, der Sand setzt sich wieder. Hamburg und die Wüste Gobi finden auf diese Weise bestens zusammen. Hie wie dort können sich die G20-Gegner ein tolles Denkmal setzen, dessen Botschaft heisst: Vom Winde verweht.

Derart den Menschen Sand in die Augen gestreut, unterscheidet sich wesentlich vom gesetzten Ziel, „Sand im Getriebe“ der aktuellen Politik und Macht der Herrscher zu sein. Die gewaltigen Sandstreumühlen der G20-Gegner erweisen sich vielmehr als ein probates Schlafmittel, um beim Thema G20-Protest geruhsam einzuschlafen und danach wieder aufzuwachen, als ob nichts gewesen wäre – nach dem bekannten Motto: „Viel Lärm um nichts“. – Liu Xiaobo schaufelte nicht Rauch.

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Suchrätsel

Wo versteckt sich da nur der Foie gras ?

Bitte nicht zu lange suchen, sonst fliesst der Leckerbissen weg.

Sommers isst sich die exquisite Speise aus Frankreich „sans arrêt“ (will heissen: in einem Zug und immer wieder). Geniesser wissen diese deliziöse Aufforderung zu würdigen, indem sie sich ihr widerspruchslos hingeben.

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Spargelgerechter Saisoncervalsalat garniert mit Meerfrüchten

Wem nicht alles Wurst ist, der garniert den entsprechenden Sommersalat mit Garnelen und anderem Getier, das aus dem Meer zu den Menschen findet.

In Blau gebadet entfaltet die Speise erst jene Frische, die einen Sommerabend kühl erscheinen lässt.

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