Die Kunst des Ungleichgewichts

Geraden und Ovale, Kreis und Kunst – das Bild hängt an der Wand und fällt nicht auseinander. Die vollkommene Bildstruktur schweisst die eingefügten Elemente geradezu zusammen.

Das 1001-Gemälde @ Georges Scherrer

Nichts fliesst – aus dem Bild hinaus. Es hält, was es verspricht.

Eine Momentaufnahme, sagt der gewandte und stilsichere Szenenkenner. Seine Annahme hat auf Dauer nicht Bestand hat. Der Bildinhalt wird gefressen werden und vergehen.

Nein, das wird er nicht! Denn zuvor hat sich dieser in das Hirn der Betrachtenden eingeschlichen und dort die Gedanken gesammelt und geordnet. Das ist die Macht der Kunst.

Wer in diesem Gemälde Strichmännchen erkennt und im Rund Frauen, hat völlig recht.

Das ideale Ungleichgewicht, das die Kunst zelebriert, findet in dem Gemälde stimmig zueinander.

Nichts fällt in diesem Bild aus dem Rahmen. Das Stillleben ist harmonisch zusammengesetzt und fügt sich selbst in einem Teller in vollkommener Eintracht zu einer kulinarischen Harmonie zusammen.

Moderne Kunst, die durch den Magen und nicht durch das Portmonee geht, wie die Liebe, die die Herzen erobert, hat Bestand.

Kunst, die gut verdaut ist, löst sich auf. Kunst die nicht durch den Magen geht, eckt an und bleibt im Halse stecken und wirkt auf der Leinwand öde.

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Eingeordnet unter Kurze Texte, Sch_ach

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