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sch-ach-zyt-Form

zyt Form

 

Freundin, wir sitzen und schauen. Ist der Tisch dein Braten?

Erraten.

Tote essen nicht. Du wirst den Braten nicht haben. Du bist keine Made, kein Wurm, der sich an ihren Leichen satt frisst, nachdem sie, die leben, des Desserts verlustig werden. Sind sie einmal so weit, heisst es für dich: fertig lustig. Sie werden weiter bestehen, du nicht. Du bist eine Idee, nur noch, die keine Nahrung braucht, die keine Nahrung ist. Die sich langsam auffrisst. An sich selber zergeht. Auflöst. Du läufst gegen die Lebenden Sturm und kannst an ihnen nicht zerbrechen. Du hast keine Struktur. Du hast keine Knochen. Du hast kein geistiges Korsett. Verbrannte. Sei’s drum. Rauche deine Zigarette und halte dich für mehr als Rauch, mehr nicht. Rette deinen Traum, der ohne Rahmen ist, den ich Schlaf nenne. Den Traum einer Toten, die stumm klagt. Ungehört. Verstört. Weder Rauch noch Ewigkeit kitzeln dich. Du bleibst ein Nichts. Das einzige Dessert, das bleibt, labt dich nicht. Das Ende vom Lied, das du ihnen singst, klingt nicht mal in dir nach. Kein Abklang, kein Nachklang. Kein Braten. Kein Weh. Kein Leid.

Glungks, schau und schweig.

*

Zahlen, besonders die Ausersehene, und das Schach, meine Herren, bergen eine geheime Botschaft. Euch die Augen für diesen Zusammenhang zu öffnen, ist die Aufgabe von uns Frauen. Wir, Frauen, werden euch, Männern, die Zahlen lesen und euch durch unsere Logik rollen, so dass euch die Wimpern flattern und die Kutteln gurgeln. Wir werden euch den Unterschied zwischen Dynamik und Statik nahe bringen und klug darlegen, was Leben bedeutet.

Ja, schaut hin, genau. Ein Stein steht noch frei! Bitte, ihr Damen, kein schlechtes Wortspiel mit dem einen Stein. Einstein hatten wir schon. Der Reim ist ausgebrannt. Erspart uns darum diesen Stein und auch die versprochenen Zahlen.

Ein Stein ist noch nicht gefallen.

Ich sehe nirgends einen Stein auf dem Tisch liegen.

Ein Stein aus Stein.

Ein Spielstein! Der Abend bestand bisher aus nichts anderem als Spiel. Darum Spielstein. Warum sollte es auf einmal anders sein?

Der Würfel? Was ist mit diesem Stein?

Dem gilt das Lob des Steins nicht.

Vierzehn der Steine, die als Spieleinsatz unsere Dessertplatte ehrten, sind vergeben. Einer wartet noch auf seinen Einsatz

Ein süsses Ding. Ein süsser Dialog. Ich könnte stundenlang um dieses Ding herum reden.

Och, wenn ihr uns weiterhin auf diese Weise Statik und Dynamik beibringen wollt, dann schmelze ich gleich dahin und mit mir das Dessert, das mich aufgrund meiner Mahlwerkzeuge als Objekt ausgewählt hat. Meine Zähne und Kiefer sind begierig darauf, ihren Gewinn einzustecken.

Fortsetzung

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sch-ach-zys-welcher

zys welcher

 

Meide den Reim eben. Ich setze ihn! Ich bin der Schreiber. Du hast ihnen mit der Asche deiner vielen verschwundenen Zigaretten den Weg zum ewigen Leben geebnet.

Ein Reim ist unrein. Ich siege. Unsinnsworte sende ich denen. An denen sollen sie vergehen. Nichts von alledem, was ich sage, hat noch Sinn.

Deinen Sieg nehme ich dir. Deine Zigaretten brennen nicht mehr. Der Rauch ist bei mir. Ich bin nun sein Herr. Du leistest ihnen Vorschub mit dem, was du sagst, auf dem Weg, den du ihnen schneiden willst. Halte dich tot. Keinen Rauch mehr. Dein Schweigen wird ihre Sache beenden, nicht deine Asche. Der Aschenbecher wird rezykliert. Die Asche zu einer neuen Zigarette gemischt. Rauchen wirst trotzdem nicht. Deine Lunge ist dahin. Du bist dahin.

So weit wird es nicht kommen. Das letzte Dessert hat sie erreicht. Es braucht keine Asche mehr. Das Süsse ist das Gift. Diesem werden sie nicht entgehen. Ich werde, klug ich wie ich bin, trotz meiner Knochen, die mich hier ohne Fleisch zurück halten, ihnen mit der letzten Zigarette, dieser allerletzten, die mir bleibt, den Weg leuchten. Ihr Schlussdessert klug ausleuchten, damit sie klar und deutlich sehen, was ihnen ihr Ende bereitet. Du wirst mir bei diesem süssen Schauspiel zusehen können. Als Einziger. Nur mit ihrem Glimmen. Sie sollen sich verfressen, verrennen und verenden. Mich liessen sie nicht leben. Mehr Leben sollen sie nicht haben. Ich lasse sie nicht leben. Ich lasse sie nicht leben. Ich verachte den Reim. Mein Leben hat ein Ende. Ihres auch. Ihr auch.

Keine besten Glückwünsche schickst du ihnen mit? Keinen letzten Gruss für deine besten Freunde? Ich habe sie dir gegeben. Zu Gespielen. Du liebst nun ihr Spiel nicht. Du willst sie mir wieder nehmen. Was dir gegeben, nimmst du dir wieder und wirfst es weg, Alte Freunde. Leute von gestern. Aussen. Draussen. Vor unserer Ordnung. Ausserhalb unserer Geschichte. Unseres Seins. Seins. Des unsrigen. Bald, auch ohne deinen Reim, einen Reim. Bald, werden sie eins mit uns sein.

Spürst auch du, Toter, wie ihre Dessertschmelze beginnt, der Dessertschmelz schmilzt. Wir harren aus und warten. Uns schmilzt nichts davon, weil wir nichts haben. Nichts! Das uns davon schmelzen kann. Sie werden werden wie wir. Die Zähne werden ihnen abfallen. Der Biss schwindet. In der Tunke ihrer zusammen geschmolzenen Desserts! Desserts! Dort werden ihre Zähne treiben. Schädellos. Los sind sie ihrer. Ersoffen im Süssen. Ach, wie ich diesen Augenblick herbei sehne! Ah, wie ich diesen Anblick herbei sehne! Hörtest du den Reim? Ah, wie gönne ich ihnen diesen Abspeis. Abserviert. Abgegangen. Speis und Leut. Reiner Tisch. Wo’s nichts mehr zu fressen gibt, da gehen die Würmer nicht mehr hin. Kennst du diese alte Weisheit der Würmer? Die Toten liegen, lügen nicht. Höre auf mich. Ich spreche zu dir. Die Wahrheit. Sie entgehen mir nicht.

Fortsetzung

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sch-ach-zyr-in

zyr in

 

Deine Anwürfe kommen aus dem Nichts. Sind unbegründet.

Das Nichts greift nach dem, was es will, und holt es sich zurück.

*

Zahlen sind Leben, erklärt Kunigunde.

*

Du klagst galant, meine liebe Freundin. Deine Klage echot von unten herauf, von oben herab, von allen Seiten her. Von Vor und von Zurück. Du, allherum rächende Windrose, willst Freund und Feind und Freud und Leid ein Ende setzen. Auch dir. Du bist alles. Zurück hallt jedoch das Leben. Spricht dir nicht nach dem Mund. Streck deine Knochen nach dir selber aus. Berühre dich selbst, du, Tote. Dein Schein weckt die Anderen nicht. Wo kein Licht ist, sieht man die Leiche nicht. Sie fahren fort, klug zu reden. Und dir deine eigene Blösse vorzuhalten, blasses Knochengestell. Du bist dir selber Spiegel. Du, der in dieser Geschichte längst der Totenschein an den Zehen kleistert, als letztes Zeichen verlorener Ehr und Identität. Auch der ist weg, schon längst verbrannt. Auch sie ist weg, schon längst verlöscht. Anständigerweise dürftest du gar nicht mehr auftreten. Verbrannte. Sprichst trotzdem wie eine, die ihr eigenes Grab noch gräbt, die Kraft dazu noch hat. Eine Tote, die gräbt. Du bist und bleibst ein Widerspruch. Widersprich mir nicht! Du machst, dass die da unverhohlen an ihrem eckigen Tisch machen, was sie wollen. Wie sollen sie aus dir klug werden, wenn du sprichst? Dein Schweigen wäre beredter. Eine klare Linie fährst du nicht. Du verfügst nicht über Ordnung. Sie, die du nie hattest, ist dir abhanden gekommen. Nicht die Spur davon ist dir geblieben von dem, was du nie hattest. Wie soll das klug sein, was du sagst?

Schwafle, du, nur, in einem fort, der nicht besser gestellt ist als ich. Unsereins ist weg gestellt. Du hast die Gestalten, die dich mit Dessert, Speis und Gefasel belagern und bespeien, geschaffen. Willst sie nicht mehr los werden. Du hast sie geschrieben, Schreiber, und willst sie nicht mehr ab schaffen. Sorge nun dafür und werde gross, damit du die, die du kreiertest, kremierst. So schnell wie es nur brennt. Wachse über dich hinaus und zerstöre dein Werk. Das Nichts wird es dir verdanken. Mir behagt die Zeit als Asche, die nicht bestand hat. Dein Werk soll Asche sein. Asche die alles vereint, was du geschaffen, und ins Alleinerlei des Nichts zurück führt. Asche sollst du sein. Wie die Zeit. Buch und Sippe, die den Tisch umlagert. Asche. Ich will ihr, der Tripelasche Zeit, Buch, Sippe als sittsamen Segen die Asche, die von meiner Zigarette abbricht, beigeben.

 

Fortsetzung

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sch-ach-zyq-Macht

zyq Macht

 

Jette antwortet ihm: Nichts da! Ein Spiel wird zu Ende geführt. Da gibt’s nichts Halbherziges. Ein Gedanke wird zu Ende gebracht. Der Würfel bleibt auf dem Tisch und somit im Spiel, bis er uns auch die letzte Sechs bringt.

Wir wollen doch nicht den Reigen der Zahlen durchbrechen, die für uns so schön tanzen, bevor der Schlussgesang angestimmt ist, pflichtet Janie bei.

Der Coitus Interruptus kann seinen Scharm haben, aber nicht in dem Fall, wo wir uns alle um diesen Tisch versammeln, um das Dessert zu teilen. Eine solche Handlung müsste ich direkt als puren Egoismus zurück weisen. Denn er würde mir die abschliessende Freude an unserem intimen Spiel um das Dessert nehmen, erklärt Arigia. Mein Dessert kann warten. Den Höhepunkt im Würfelfallen möchte ich nicht verpassen.

Meine beste Freundin, der schon vor beträchtlicher Zeit ein Dessert zufiel, meint: Die Marone hält meinen Schokoladeturm im Gleichgewicht. Ich brauche mich nicht zu beeilen. Der fällt nicht um. Auch ich kann warten.

Solidarisch mit meiner besten Freundin äussere auch ich mich: Meine schwedische Maronentorte verträgt durchaus noch etwas Wartezeit.

Wenn es um Zahlen geht, dann führen diese immer zu schönen Überraschungen. Jetzt sollen die Zahlen sprechen. Ich bin ganz gespannt, was die uns noch bringen werden, verkündet Kunigunde.

*

Lässt du sie schon wieder wallen? Sie setzen sich mit den Zahlen ab. Sie setzen mit den Zahlen an. Stechen mit diesen nach uns, als ob wir noch unter ihnen wären. Sie wollen uns als Nummern sehen, nach uns schiessen. Als Zahlen in eine Formel drücken! Ins Zentrum ihrer Zahlengeschosse rücken. In ihre Gesellschaft hinein stückeln. Als willfährige Wimpel, die nach der Formel tanzen. Lässt du das zu? Ich hasse Gesellschaftsformeln, die sich in Anweisungen erschöpfen. Hau ihnen eine drein! Mach die Zahlen kaputt! Sie, welche die Endlichkeit bannen, so dass diese nicht zur Ewigkeit wird. Die Zahlen sollen erlöschen. Verblassen. Vergehen. Sie bringen nur Endlichkeit. Denk tiefer als die Endlichkeit. Sie bringen nur die Ewigkeit. Denk tiefer als die Ewigkeit. Setz ihnen ein End! Senk Maronenlack auf die unappetitlichen Ziffern. Das macht die unseligen Chiffren nicht besser. Sie werden verkleben und ersticken. Das Dessert stoss ihnen in die Zahlen. Die Zahlen werden verhallen und untergehen. Sie wollen Ewigkeit. Tiefe. Tiefe. Tief schlag ihnen als tötenden Zahn deinen Griffel in den Zahlen-Schädel. Bereit ihnen mit deinen Zeilen das Ende. Erledige die Geschichte. Erledige die Sache. Erledige alles. Du bist der Schreiber. Du hast Macht. Lass dich nicht verjagen. Hack sie nieder. Schreib sie nieder. Werde wieder Macht.

Fortsetzung

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sch-ach-zyp-wenn

zyp wenn

 

Mit wem sprichst du, wenn nicht mit mir, der ich nicht bin, Mundlose? Den du nicht siehst, augenlose Höhle. Mir vorrechnen, was nicht ist, Hirnlose. Ich höre nichts von dir, vernehme nichts von dir. Im Grunde muss ich fragen: Wo sind wir? Hängen irgendwo, weil wir nicht sind.

Weil wir nur Gedanken sind. An nichts befestigt. Frei! Haltlos. Unflat! Unfähig, die Bande zu stoppen, die mit unserem Schicksal spielt. Unfähig wie der Dicke, der mich nicht heilte. Eile zu ihm hin! Und kratz ihm aus dem Kopf den Verstand, den er für sich beansprucht. Vielleicht wirst du dann klug werden, wenn du deine Finger in seinen Kopf hältst und seine gestaltlosen Hirnwindungen um die Fingerknochen wickelst, die dir bleiben! Glungks. Steig hinab aufs Papier und werde klug. Schreib!

Aus dem Roman bin ich verbannt. Genauso wie ich weisst auch du das. Zahl du die Zeche, die ich für dich einkassieren soll. Die du bei mir kassieren willst. Still deinen Zorn mit dem, was du dir gibst. Nicht mit dem, was du mir nimmst. Stimmt’s, was ich dir flüstere?

Eitler Kerl. Du redest dich aus dem Roman. Sprichst dir Rechte zu. Du sprichst zu dir, aber nicht das Recht, das du dir zusprechen willst. Das Recht gehört nicht dir. Ich wurde vor die Türe gestellt. Du bist noch im Raum, auf dessen Türvorlage das Wort Roman klebt. Du willst, dass dieses Machwerk um Schach, Wissenschaft, Ordnung und Begehren endlos läuft. Kapp ihn! Ich will sein Ende.

*

Der Würfel fällt. Wiederum erscheint die Zahl Sechs.

Wir schweigen alle gebannt. Zwei Stück Dessert stehen noch zur Auswahl an.

Der Würfel weist ganz klar, dass Arigia am Zug ist. Auf welche Dessertkomposition wird sie ihre Hand legen?

Sie entscheidet sich für den Fruchtsalat, dem als Basis die Marone dient und diese als zentrales Element der Komposition das Braun vorgibt. Verschiedene weitere leuchtende Farben umringen den koloritvorgebenden Baustein und verfremden dessen frauschaftlichen Auftritt, so dass er sich wohlwollend in das Bunt seiner Umgebung einbettet: Da erstrahlt etwa das Rot der Melone, das Gelb der Ananas, das Orange der Mandarine, das Grün der Kiwi, das Blau der Traube, das Grau der Ligi. Das Ocker der Erdnuss taucht dagegen nicht auf wie auch nicht das Schwarz der Brombeere. Der Aufguss – Kirschwasser – für den Salat befindet sich in einem kristallenen Kännchen neben dem gläsernen Kelch.

Arigia ergreift das Duo und setzt es vor sich hin.

Jetzt, da alle Desserts bis auf das Eine verteilt sind, können wir den Würfel meiner Ansicht nach aus seiner Pflicht entlassen. Ich schlage vor, ihn weg zu räumen, denn eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht mehr. Genommen werden kann nur noch, was bleibt und das ist Eins. Das verbleibende Dessert kommt automatisch, gewürfelt oder ungewürfelt, Nadja zu. Daran lässt sich nichts ändern. Schnell gehandelt und fertig ist die Warterei. Wir können endlich zu greifen und unsere Schokoladekekse und Crèmehaufen wohlverdient verspeisen, meldet Wilhelm.

Fortsetzung

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zyo Wort

 

Wie kann ich ein Namenträger sein, wenn ich ein Niemand bin. Du widersprichst dir selber, treu deiner Haltung. Du sprichst zu viel und weisst nicht mehr, was du sagst, gesagt hast und sagen wirst. Du solltest schweigen, zeitlose Tote. Die Zahlen haben Wert. Du nicht. Die Zahlen behagen dir nicht. Du stehst vor deinem eigenen Schicksal, das dich nirgendwo hin mehr schickt. Beiss dir deinen zahnlosen Mund an den Zahlen aus. Du musst zuhören, du musst es dir anhören, was die sagen, auch wenn es dir nicht passt: Dass die Zahlen in dieses Spiel passen, hat seinen Grund. Ich kann nichts für die Zahlen, nichts für dein Unbehagen. Du reimst dir einen Hass zusammen. Nur weil du nichts versteht von all dem, was geschieht und wird. Du machst es dir einfach. Du nimmst mich nicht als Spiegel, der dich erhellt. Du nimmst mich als Schlagsack. Trabant deiner stetig schlechten Laune. Fertigsack des Abfalls. Zu dem machst du mich.

Klage du nur! Damit wirst du nicht besser. Du lässt den Zahlen ihren Lauf und schwingst dich auf ihren Rücken, reitender Toter! Sie laufen in der Ewigkeit und werden nicht Zeit! Dieses Schicksal teilen sie mit dir und mir. Sie laufen in die Ewigkeit. Halte sie auf. Mache sie zu Zeit. Die Zahlen kennen kein Ende. Halt ihren Lauf auf. Sonst sind wir ewig hier.

Merkwürdig redest du. Sei froh. Stehen die Zahlen nicht, lass ich ihnen den Lauf, hast du den Tod überwunden. Jetzt hast du den Tod überwunden, der dich geholt. Sprichst den Zahlen in den Lauf. Fordere nicht ihren Stillstand. Die Ewigkeit machtest du zum Nichts. Warum soll ich in dieses Nichts einstimmen? Ich werde keine Sechs sprechen. Warum soll ich den Lauf der Zahlen aufhalten? Du wirst mit mir der Zahlenfahrt ewig zusehen. Das mach ich dir zum Los. Schick dich rein.

Da geht mir wirklich die Ecke ab! Nicht minder merkwürdig sprichst du. Als hättest du den Verstand verloren, der dir tatsächlich abhanden gekommen ist, leerer Schädel, der du bist. Karies geb ich dir. Sie bricht ab vom letzten Zahn, den ich nicht mehr hab! Sitzen! Ich! Hier! Mit dir! Du sprichst völlig leer und wirr. Die Ewigkeit hat in dir schon Einsitz genommen, so dass du hier sitzen bleiben wirst. Ich zeig dir deinen Verstand und zier ihn dir mit dem, was du bist! Nichts kann ich dir zeigen! Weil du nicht bist.

Fortsetzung

 

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zyn lächerliches

 

Gehren und Begehren! Dein Ziel hast du klar definiert: Du bist auf Geld aus. Der Karren soll dir Spielglück bringen. Dass der Karren kommen soll: Den Vorschlag unterstütze ich. Aber Geld soll er uns nicht bringen. Das ist zu schnöde gedacht. Und auch nicht sehr nachhaltig und weit. Die einen Menschen lieben das Geld und geben es nicht aus. In Gier und Geiz bleiben sie auf diesem sitzen. Dir fehlt dieses Geld und darum fällt es bei dir unter die Kategorie Begehren. Damit kommst du aber nicht weiter, als Künstler und Kürer von Friedhöfen und Umschreiber von Büchern. Kunst ist kein Suchen, mein Freund. Sie ist ein Umsetzen von Nichts, wenn nichts vorhanden ist. Das ist dein Fall. Kunststück, dass du Geld auf dem Karren haben willst, wenn dir zur Kunst, Geld auf dem Karren zu haben, die Fähigkeiten fehlen und du darum Karren auf Geld reimst, was aber in unserer Sprache völlig daneben geht, doziert Kaspar.

Mit der Ordnung ist es wie mit dem Geiz: Einige rechnen mit dem Geld, nicht um reich zu werden, sondern aus Geiz. Sie zählen es immer wieder durch, um zu prüfen, ob der Betrag gleich geblieben ist. Sie überprüfen in penetranter Regelmässigkeit die konstant bleibende Geldsumme. Das wieder und wieder Zählen bildet ihren Zeitvertreib. Wer auf diese Weise seine Zeit vertreibt, gibt kein Geld aus. Das Geld treibt sie zu nichts an. Nirgends, und sind darum nirgends. Solange das Geld sich nicht bewegt, spielen sie ihr Einmaleins des Geizes, geben sich dem Reiz des Geldausgebens und Gelddurchzählens hin. Für diese wird der Wagen mit dem Geld nie vorfahren. Sie spannen sich wie einen Esel selber vor den Karren und ziehen ihn davon. So wird es auch uns ergehen, wenn wir mit den Zahlen ähnlich geizig vorgehen wie der Geizige mit seinem Geld. Lasst uns darum über Zahlen reden und nicht am Geiz hängen. Wir wollen keine Ausreden zählen, sondern vorwärts machen und klären, was es mit den Zahlen auf sich hat, die uns die Frauen präsentieren.

*

Jetzt, siehst du, was du angerichtet hast! Du musst zurück buchstabieren, den Buchstaben wieder ihren Platz geben in dieser Geschichte. Nicht einen anderen Platzhalter frei walten lassen. Sondern Du ihre Geschichte erzählen. Selber wieder Schreiber werden. Ihre Geschichte nicht den Zahlen überlassen und den Zahlen den Weg bereiten. Du lässt sie walten. Frei und schrankenlos. Du hast nicht mehr Gewalt über sie. Tu etwas. Mal den Zahlenteufel an die Wand und lass die Wand über sie zusammenstürzen. Der Teufel soll die Bande verschlingen. Ich will Kultur, Kunst und Kautabak und keine klaren Zahlen. Mach ihnen den Gar aus. Reiss das Kraut aus. Häcksel mach aus ihnen, den du ihnen in den Mund stopfst. Sie sollen an ihren Zahlen ersticken. Wenn du nichts tust, dann nenne ich die Glungks. Von jetzt ab. Von jetzt an. Mehr bist du nicht wert. Das ist ein Name, der keiner ist und niemanden bezeichnet. Du bist ein solcher. Du bist ein Niemand.

Fortsetzung

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sch-ach-zym-Mitmensch

zym Mitmensch

 

So weit wird es noch kommen, wettert Welm und fügt hinzu: Missbraucht meine Zahlen nicht für euer Schachscharlatanenspiel. Mir kommt es so vor, als sollten meine Wissenschaften und das Schach solcherart zusammen geführt werden und her halten, dass mir das Würfeln fürderhin als das erstrebenswerte und, wie man heute so wüst sagt, ultimative Einmaleins der praxisnahen, genauen Lehre gelten soll; als sollte euer infames Denkprodukt den Platz meiner Maron Glacé au Cognac auf dem Teller vor mir übernehmen; dieser glasierten Marone, die, Porzellan unterlegt, noch völlig unberührt auf meinen Zugriff wartet. Wenn ihr, Frauen, alles durcheinander mischt, was euch wenig heilig ist, also Würfel, Zahl und Schach und zudem mit kühner Kochkelle die Wissenschaft darunter mischt, dann macht mich das lediglich an eine billige Schnapsholding denken, die hochprozentige Getränke fuselartig produziert und darum als niederwertige Ideenbörse kotiert ist. Nicht einmal der finanziell grossherzige und überaus geschäftstüchtige Fussg, der auf grossem Fuss lebt und gross austeilt, wenn er geben kann und will, würde euch angesichts solcher Geschäftslosigkeit in eurem Bestreben folgen und kulant mit generösen Tantiemen honorieren, noch ein Bakschisch nachreichen. Ihr kokettiert damit, Wissenschaft und Schach zu vermählen. Tut das. Ich aber werde nicht als Trauzeuge zur Verfügung stehen. Auch dann nicht, nachdem ich das Dessert verzehrt haben werde und dieses mir dann nicht mehr als Hindernis zum Aufstand gegen euer Ansinnen im Wege steht. Eure Zahlenlustbarkeit mögt ihr meinetwegen eurem impertinenten Vorhaben anbinden. Dadurch wird eure Abendverlustigung aber nicht auf einmal zum integren Bestandteil seriöser Wissenschaft. Diese biedert sich nicht an. Damit es klar ist: Ich verleibe mir lieber mein Dessert ein, als nach einem Gemüse zu greifen, das an einer Schach- und Wissenschaftsauce weich gekocht ist. Denn ein solches Kochwerk muss sich als absolut unbekömmlich erweisen. Weder an Körper noch Geist und Verstand setzt solches Machwerk Fett oder Fleisch an. Darum mein Nein zur Verehelichung von Wissenschaft und Schach!

Na, Wilhelm, lass die Frauen erst mal ausreden, bevor du mit dem Leder über sie her ziehst und ihnen in die Räder fährst, um ihren Karren anzuhalten, auch wenn dieser auf der Ladebrücke Inhalte mitführt, welche dir nicht behagen. Was die Wissenschaften nicht ausgedacht haben, haben möglicherweise die Frauen gefunden. Lass uns anhören, was sie uns sagen wollen, mahnt Kabar.

Ich bin der Meinung, dass auf diese Ladefläche nur Zahlen gehören, die nicht durch die Wunschmühlen esoterischer Pseudoargumentationen gedrechselt worden sind.

Ich bin der Meinung, dass auf diese Ladefläche nur Zahlen gehören, die zu Goldbarren ausgeformt in satter Anzahl eine schwere und Vertrauen einflössende Ladung bilden. Ich werde dafür sorgen, dass dieser Reichtum nicht als Ladenhüter, vergessen auf der Tragpritsche, eines traurigen Daseins fristen wird, verkündet Gründer. Darum – und das ist mein Vorschlag: Lasst den Karren vorfahren und wir werden sehen, wie viel Geld sich auf ihm befindet.

Fortsetzung

 

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zyl anrichtet

 

Alles spricht wieder einmal durcheinander. Der Diskussion über das Begehren gelingt es nicht, Fuss zu fassen und danach breiten Raum ein zu nehmen, so dass sie befruchtend auf die weitere Verteilung der beiden verbleibenden Desserts einwirken kann.

Also, wenn du mich fragst, was das mit den Zahlen und dem Begehren auf sich hat, dann sage ich dir, dass ich meine Liebhaber nicht zähle oder Buch führe. Wir zähmen uns gemäss unserer holden Begehrlichkeiten und damit hat es sich. Das Bett ist lediglich unsere Zahlenklaviatur. Wenn ich gezähmt bin, dann zähle ich nicht mehr. Erst wenn ich wieder wach bin, dann zähle ich wieder, aber nicht Zahlen. Ich zähle mir meine neuen Liebhaber frisch aus.

Du denkst auch immer nur ans Bett. Halte dich für einmal am Brett, das mit den vierundsechzig Feldern ein präzise Zahl vorgibt, an welcher sich das Leben misst.

Lieber ein Bett unter dem Rücken, als ein Brett vor dem Kopf. Von Waschbettbauch auf meinem Bauch gar nicht reden!

Du gibst einfach nicht auf.

Ist ein Teil des Begehrens, von dem wir es jetzt haben. Ich bin voll und ganz mitten in unserem Gespräch, trage aber meinen Standpunkt ein, der sich nun mal nicht an der Vierundsechzig misst.

Und doch ist die Vierundsechzig ein wichtiger Teil von deinem Bett.

Ich schlafe nicht mit Zahlen.

Die Vierundsechzig als Taktzahl des Schachs baut auf gesellschaftlichen Zusammenhängen auf.

Auch, aber ebenso auf dem, wofür Arigias Bett steht.

Jeder braucht ein Bett. Im Unterschied zu diesem gibt das Schach aber einen König vor, der dem gesellschaftlichen Treiben und nicht jenem im Bett vorsteht.

Königin! Bitte! Königin!

Ob König oder Königin, das zu unterscheiden ist bei der Vierundsechzig, die wir meinen, nicht von Belang. Auch der Bauer fällt weg, ebenso die Bäuerin. Unsere Zahl ist nicht machohaft. Der Würfel fällt – auf die Zwei. Das Spiel geht weiter. Das Stück geht weiter, gleich einem Karussell, das ewig dreht.

Die Zahlen sind meine Domäne, wirft Welm ein, und zwar die Domäne der Wissenschaften und nicht Teil der Scharlatanerei, der das Spiel zuzurechnen ist.

Was nicht gilt, wendet Fussg ein. Die Buchhaltung ist genauso ein Spiel und dennoch wird niemand einwerfen, dass der Buchhalter nicht exakt zu rechnen hat. Fehler werden ihm nicht verziehen. Darüber wacht die Generalversammlung. Darum, deine extravaganten Wissenschaften rühmen sich eines Besitzes, der ihnen nicht allein gehört.

Und wer mir kommt und sagt, das Schach sei ein Scharlatanenspiel, der hat rein gar nichts von diesem Spiel verstanden. Das sagt Kabar.

Die Zahl, die wir meinen, vereint Schach und Wissenschaft, erklärt Jette.

Fortsetzung

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