Apfel-Rodeo im Büro

Nein, kein Rodeo! Wer reitet schon einen saftigen Apfel – und will sich dabei das Genick brechen?

Sondern direkt eine Corrida! Und das an erhabener Stelle: am Arbeitsplatz, in Spanien ruedo genannt. Hierzulande heisst das Kampfrund ganz einfach Bürotisch. Keine Angst! Auf der Tischplatte wird kein Blutbad angerichtet und auch kein Apfelgepflatsche, kein Apfeladerlass und keine Zerquetschung von Äpfeln.

Das Kampffeld bleibt sauber. Der Apfel weiss sich zu wehren, wie der echte Stier. Der Apfel ist kein falscher Ochs.

Weiss leuchtet die reich verzierte capote, das Kampftuch, das den Apfel herausfordert, die Serviette, die den Schweiss des Apfels aufsaugt, wenn er tropft. Denn der Apfel blutet nicht wie der Stier rot, wie die scharfen Spitzen der Zähne kräftig in das schreiende Fruchtfleisch schlagen, sondern saftet lecker hell.

Der Kampfplatz, die Tischplatte des Büropults nachmittags um drei, ist die rühmliche Arena für den täglichen Kampf gegen den Apfel, der verzehrt werden soll. Keine Scheu vor der Natur! Bitte! Der Apfel darf nicht mit Samthandschuhen angegangen werden.

Er will geschlachtet werden. Sonst passt er nicht ins Maul.

Und vegan-freundlich ist diese Sportart absolut – auch wenn zum Abschluss der Auseinandersetzung eine Leich auf dem Pult liegt: das Bütschgi. Was auf gut Deutsch ideenlos „Apfelrest“ heisst. Die Leiche kennt noch ganz andere Namen: Gröibschi, Gigetschi, Güürbsi, Ghüüs.

Das leckere Ding „Apfel“, ist ihm einmal Hülle und Fleisch abhand gekommen, verdient eine besondere Würdigung. Sein Tod auf dem Arbeitspult hat mehr verdient als ein Abfuhr in ein abgeschmacktes, stinkendes Wörterzusammengefüge. Der Apfelgriebs gehört nicht in den Abfalleimer, aber in den Apfeleimer. Olé! Heisst die Devise der Veganer.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulinarium

Rückblende in den Frühling

Wie war der Frühling 2020 schon wieder?

Antwort in einigen Bildern.

Wie wird der Sommer 2020 sein?

Die Antwort folgt im Herbst.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurze Texte

Christo in the street?

Unfall, Kunst oder Regenschutz?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Unfall, gut parkiert oder Kunstwerk?

Das ist hier die Frage.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

CoronavirusNews: Bund opfert Schutzwälder COVID-19

Das Bundesamt für Gesundheit hat das Fällen von Schutzwäldern gestattet. Es will damit dem Notstand im Bereich der Papiertaschentücher entgegenwirken. Die massive Ausbreitung von COVID-19 führt dazu, dass die Papierindustrie der Nachfrage nach derartigen Hygieneartikeln nicht mehr zu genügen vermag.

Abwaldung in den Bergen

Das Bundesamt ist der Auffassung, dass Felsstürze, die durch das Abholzen von Wäldern verursacht werden, keine übertragbare, ansteckende Krankheit bilden. Weil die Übertragung des Virus das Bruttosozialprodukt des Landes aktuell stärker bedroht als der auftauende Permafrost, setzt das Bundesamt zum Schutz der Bevölkerung bei der Papierproduktion an.

Das Bundesamt warnt davor, Wälder in den Ebenen zu liquidieren. Denn diese Wälder eignen sich als bevorzugtes Naherholungsgebiet für die vom Virus geplagte Bevölkerung. Wälder gewähren Schutz vor Menschen, die den Virus tragen. Papiertaschentücher schützen vor der Übertragung des Virus auf andere Menschen.

Diese Güterabwägung rechtfertig aus Sicht des Bundesamtes, dass die Volksgesundheit schwerer zu gewichten ist als der Klimawandel. Der direkte Schutz der Menschen muss primär behandelt werden. MyClimat soll in der Gefahrenskala zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Höchststufe gefahren werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurze Texte

La salade sans sa sauce

Der Winter spricht eigentlich auf die Farbe Weiss an. In diesem Jahr gibt er sich vor allem grau. Darum sei euch dieses Gruppenbild auf Herdplatte serviert: “ ’salade sans sa sauce‘ en cinq entités „.

G. Scherrer

Gourmets erkennen, warum der Salat genau diesenNamen erhalten hat.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulinarium

Nur nicht auffallen

Eigentlich wollte ich heute mit meinem Fahrzeug in der Waschanlage gar nicht auffallen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurze Texte

Die Elbe hinab

Die Elbphilharmonie bietet nicht nur in ihrem Inneren, dem Konzertsaal, Symphonie pur. Auch ihre Hülle erlaubt es den Gefühlen, davon zu fliessen – von Hamburg weg über die Elbe in alle Welt hinaus.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Film-Studio Sch_ach

Albaufzug kündigt Vormarsch der Kälte an

Alpabzug – alle Jahre wieder: Von den Alpen wird das Vieh in festlichen Umzügen zu Tal getrieben.

Als ob das nicht genügen würde, um die Gespenster des Herbstes und des Winters auf den Plan zu rufen! Nein, tut es nicht!

Kürzlich sass ich zu Tisch, bereit zum Verzehr einer Speise. Doch Schreck! Mein Teller wurde von Trollen und verwunschenen Bäumen belagert, die je einen Gesandten an den Rand meiner Tournedos-Platte delegiert hatten.

© Georges Scherrer

Ich packte mich an der Nase, um zu prüfen, ob nicht die Weingeister ihr Unwesen auf der festlich gedeckten Tafel trieben. Der Test verlief negativ: Das taten sie nicht. Die Nase befand sich an ihrem Ort.

Wie war in dem Augenblick an Essen zu denken, wie doch Gletscher, Eis und Kälte mir unverfroren ihre Boten sandten? Ich glitt in eine tiefe Depression ab, die eine ganze Reihe von Wirrungen auslöste. Es summte und brummte und zwirlte in meinem Hirn, so dass mir ganz dumpf und schwer zu Mute wurde.

Albaufzug auf dem Tisch! Verwunschene Blume! Es gibt kein eindeutigeres Zeichen dafür, dass wieder Oktober ist, November und länger ins Jahr hinaus Dezember, Januar, Februar und noch weiter ins Jahr hinein der März und April, bis im Mai dann wieder Hoffnung keimt und er mit seinem Zauber schliesslich den ganzen Wintersabbat zum Teufel schickt.

Ich bin dann aus dem Schreckenstraum erwacht mit dem Ergebnis, dass ich bis heute nicht weiss, ob ich das zubereitete Mahl überhaupt verzehrt habe.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurze Texte

Der Fliegende Holländer wirft Wellen

Die Fabel von dem Fliegenden Holländer ist euch gewiss bekannt.

 

Es ist die Geschichte von dem verwünschten Schiffe, das nie in den Hafen gelangen kann, und jetzt schon seit undenklicher Zeit auf dem Meere herumfährt. – Unbeantwortet lässt Heinrich Heine in seinem Hinweis auf das Gespensterschiff die Frage, ob des Holländers altes Schiff auch Wellen wirft, wenn es wieder hinaus aufs Meer zurück fährt, um weitere sieben Jahre dem Siechtum zu verfallen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Film-Studio Sch_ach