Archiv der Kategorie: Kurze Texte

Aufstrebendes Gemüse

Ein Blumentopf ist schon was Wunderbares. Meinen Füller habe ich zwischen die Pflanzen gesteckt und über Nacht sind mir daraufhin neue Ideen für meinen Blog erwachsen. Seitdem benütze ich den Blumentopf als Inspirationsquelle. Ein Hexenkessel ist rein gar nichts dagegen.

Heute Abend werde ich mein Laptop zwischen die Blumen quetschen. Mal sehen, was der Topf mir in diesem Fall an neuen Ideen zustecken wird.

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Sand in die Augen der Leute

Wie üblich hat es an einem G20-Gipfel wieder einmal gehörig gekracht. Protestiert wurde, diesmal in Hamburg, mit dem Presslufthammer, so dass Worte und Argumente nicht mehr gehört werden konnten. Geschuftet wurde in den Strassen der Hansestadt, als ob Palmyra und Bamiyan gleichzeitig dem Erdboden gleich gemacht werden sollten.

Viel Sachschaden, Straftaten und Verletzte werden beklagt. Es lässt sich aber sagen: Die Organisatoren des G20 sind selber schuld, wenn sie das Treffen in einer Grossstadt organisieren. An einem solchen Ort ist viel Material vorhanden, das kurz und klein geschlagen werden kann.

Das nächste Mal sollte dieses Treffen in der Wüste stattfinden. Dort könnten die Demonstrierenden unter dem Schutz der Polizei die Wüste demolieren und in Schutt und Asche legen.

Die Sandstreumühle

Diese wüsten Wüsten-Szenen werden die Öffentlichkeit allemal schockieren, denn keine Botschaft ist besser verkündet, als wenn sie in den Sand gebaut wird. Der Rauch der Petarden wirbelt auf und auch der Sand, wenn die Protestmaschinerie durch diesen wühlt. Der Rauch löst sich auf, der Sand setzt sich wieder. Hamburg und die Wüste Gobi finden auf diese Weise bestens zusammen. Hie wie dort können sich die G20-Gegner ein tolles Denkmal setzen, dessen Botschaft heisst: Vom Winde verweht.

Derart den Menschen Sand in die Augen gestreut, unterscheidet sich wesentlich vom gesetzten Ziel, „Sand im Getriebe“ der aktuellen Politik und Macht der Herrscher zu sein. Die gewaltigen Sandstreumühlen der G20-Gegner erweisen sich vielmehr als ein probates Schlafmittel, um beim Thema G20-Protest geruhsam einzuschlafen und danach wieder aufzuwachen, als ob nichts gewesen wäre – nach dem bekannten Motto: „Viel Lärm um nichts“. – Liu Xiaobo schaufelte nicht Rauch.

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Träume, die wahr werden

Aus aktuellem Anlass drängt sich die folgende Erweiterung im Teil sch-ach-tm-Hand auf:

 

„Heute geht er in die Reithalle. Träume, die den Kopf verdrehen, werden manchmal wahr. Gespenster, die den Menschen verfolgen, gehen. Plätze schreiben die Geschichte neu. Als hätten sie den Ruf von Boy Cott gehört, der sich immer wieder als Rufer in der Wüste sieht, auf einmal aber erhört wird. Das Tragen des Namens lohnt sich. Die Markthalle, deretwegen er den Namen trug, wird wieder eröffnet. Der gesellschaftsfeindliche Investor fiel auf die Nase. Das Gastrecht der Gastfreundschaft hält wieder Einzug in dem wunderbaren Ort. Solches Geschehen erinnert an ein Märchen, das in Erfüllung geht.“

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Der Präsident und sein Volk

Aus aktuellem Anlass sei auf eine Textstelle in Sch_ach hingewiesen, die leicht erweitert wurde. Es geht um den Streit zwischen Jan Böhmermann und einer Gestalt, die hier nicht namentlich genannt werden soll. Nicht das Recht, aber der Anstand verbietet es.

 

Schafe für den Schlachthof | pixabay vbidasoro CC0

 

„Die aus einem Text gestrichenen Wörter nehmen einem Roman seine Schlagkraft und betrügen die Menschheit um ihre Geschichte. Die Puristen klittern sie um. Die Sklaverei kann von neuem beginnen.

Heute sind wir wieder so weit, dass Namen lebender Politiker unter Denkmalschutz gestellt werden, sodass sie der harschen und bissigen Kritik der Satire entzogen werden. Die Sprache wird ihrer Tiefgründigkeit beraubt und auf die einfache Oberfläche der Scheinheiligkeit gehievt, auf die Ebene diplomatischer Sprache zu Lasten der Menschenrechte einzelner Individuen und Völker. Wer die Sprache ihrer verschiedenen Ebenen beraubt und Kunst und Literatur ihrer Möglichkeiten entmündigt, ebnet Diktatoren den Weg. Das Verbot des ‚Schmähgedichts‘, seine Indexierung durch westliche Demokratien, als wären sie selber die vatikanische Zensurbehörde in Person, bildet nicht den roten Faden eines konsequent politisch freiheitlichen Handelns, sondern das Auslegen eines roten Teppichs für eine Person, die man wahrlich nicht ‚Präsident‘ nennen kann, sondern die sich als Wolf am liebsten ein Volk aus Schafen hält.“

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Ausfall

Aufgrund der aktuellen Grosswetterlage, die Mitteleuropa endlich die Sonne bringt, unternimmt http://www.sch-ach.ch einen Ausfall in die Natur und fällt somit für eine kurze Woche aus. Es soll nun aber nur niemand fragen, wie lange eine lange Woche dauert. Alles ist Gefühl.

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Kunst ist das Gegenteil von Geiz

Kurz und bündig gesagt:

Kunst ist das Gegenteil von Geiz.

Alles Weitere steht in Sch_ach.

 

 

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Das Unwort des Jahres 2013: Zeitverlust

Das Schweizer Staatsradio SRF spricht in den Verkehrsdurchsagen neustens von „Zeitverlust“, wenn der Verkehr wegen eines Staus steht. Vermutlich klingt in dem Wort der Wunsch nach noch mehr Autobahn und Autos mit. Der freie Bürger will freie Fahrt, wenn er vom Gotthard in die verstopften Städte hinab donnert und dabei auf einen Stau auffährt. Von „Verlust“ kann dabei sicher nicht gesprochen werden. Der stehende Kompatriot nimmt wenig gescheit in Kauf, dass er Zeit für das Stehen im Stau aufwenden muss. Es entspricht aber ganz einfach der Dummheit, wenn man dorthin fährt, wo ein Stau zu erwarten ist, also nicht einem Verlust an Zeit, sondern einem Verlust an Gescheitheit. Der Sender würde besser von einem „Dummheitsquotient 15“ reden. Der Fahrer wüsste dann, dass die Wartezeit im Stau 15 Minuten dauert.

Es braucht diese gewisse Dummheit, um das Auto zu nehmen und sich dann die Augen zu reiben, wenn man in diesem Staut steht, von dem man schon im Voraus weiss, dass es ihn gibt. Eine Dummheit, die von der staatlich sanktionierten Rundfunkanstalt übernommen wird. Welche Wohltat, wenn das Auto dann über die Staatsgrenze in das nördliche Nachbarland hinüber rollt und aus den Lautsprechern munteres Deutsch erklingt, das sich während der Verkehrsdurchsagen über alle parteipolitischen Stellungnahmen hinweg setzt. Bleibt man hingegen in der Eidgenossenschaft, so kann man wenigstens auf den Sender Swiss Classic des Staatssenders umschalten. Oder auf einen Internet-gestützten Rocksender. Auf diesen Wellenlängen wird kaum gesprochen. Eine Wohltat. Und keine Verkehrsdurchsagen.  Man geht diesem Unwort so aus dem Weg.

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blog novel unplugged

BNU (blog novel unplugged)

Der englische Begriff unplugged stammt aus dem Musikbetrieb. Eine Musikgruppe verwendet diesen, wenn sie ihre Stücke unverfälscht von der Bühne zum Publikum hinüber tragen will. Die Band verzichtet auf Filter, die Musik soll möglichst original tönen. Verzichtet wird etwa auch darauf, die Musik während eines Konzerts ab Band zu spielen. Bekanntlich wird in Grossveranstaltungen zuweilen eine Studioaufnahme ins Konzert eingespielt, damit der Ton reiner durch die Lautsprecher klingt. Der Künstler braucht dann nur noch die Lippen zu bewegen und sich auf die Show zu konzentrieren. Das Konzert wirkt. Im Extremfall kommt es sogar vor, dass die Stimme, welche aus den Lautsprechern kommt, nicht identisch ist mit jener der Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Die Sinnestäuschung ist vollkommen. Entsprechend sinnlich verhält sich dagegen der ungepluggte Auftritt einer Musikgruppe.

Übertragen auf den Literaturbetrieb heisst das: Eine Geschichte (engl.: novel) wird ohne die Filterung durch ein Lektorat oder einen Verlag veröffentlicht. Nicht der klinisch gereinigte Text, welcher der aktuellen Formsprache angepasst wurde, erscheint auf dem Bildschirm. Vielmehr ist es quasi der Urtext, den der Leser zu Gesicht bekommt.

Die „blog novel unplugged“ – kurz: bnu – entspricht zudem dem Geist des Internets, der gewisse Freiheiten zulässt und eine gesunde Frische gewährt. Die „blog novel unplugged“ ist ständig im Zustand des Entstehens – so wie dieser Text, der möglicherweise bald wieder eine Änderung erfährt. ©

 

 

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Das Out der Maus

Andere führen einen Hund, ich eine Eule. Sie ist überaus intelligent. Während andere Tiere ihre Zeit damit vertun, nach Beute zu jagen oder zu scharren, sitzt die Eule auf ihrem Ast und denkt. Dann, wenn sie sich aufmacht, um ihren Hunger zu stillen, öffnet sie die Schwingen und holt sich aus dem Dunkel eine Maus, die sich zu sehr von ihrem Laptop entfernt hat.

Nach der Mahlzeit kehrt sie zurück und blickt wieder hinaus in jene Fernen, welche die Phantasie erschliessen. Mit grossen Augen schaut die Eule in diese Welt hinein und ich mit ebensolchen. Unsere Blicke gehen nebeneinander her und machen die Nacht zum Tag.

Meine Eule hat eine grosse Qualität. Wenn ich meine Beute aus der Welt der Phantasie einfahre, schweigt meine Begleiterin und schreckt die Phantasie nicht, so dass sie zusammenzuckt und zergeht, bevor sie aufs Papier gebracht ist. Und das Beste an meiner Eule ist: Wenn sie ihre Augen schliesst, ist auch für mich der Zeitpunkt gekommen, mit dem Schlaf loszulegen.

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Zeitgewinn durch Sport

Schweizer fahren zwei Autos, weil sie sportlich sind. ‚türlich, auf dem Weg zur Arbeit treibe ich Sport. Auf dem Weg zur Arbeit gibt es eine Brücke. An deren Pfeiler befindet sich ein Klettersteig. Mit dem einen Auto fahre ich bis zur Brücke und parke es dort. Dann begehe ich den Klettersteig. Auf der anderen Seite des Flusses klettere ich wieder zur Strasse hinauf und steige dort in das andere Auto. Auf diese Weise brauche ich nicht über die Brücke zurück zu gehen, um das Auto zu holen, sondern kann sofort weiterfahren und gewinne Zeit.

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