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Diese Feststellung verpflichtet mich geradezu dazu, festzuhalten: So ausgestellt zu sein, wie wir es sind, das ist, ganz sachlich gesehen, mit der Zeit unangenehm. Wir fühlen uns nicht nur so: Wir werden vorgeführt. Welche Absicht und Idee des „Windes“ steckt dahinter? Die ausbleibende Antwort senkt sich von ihrem Weither als ein Mangel an Information wie ein betäubender Schleier über uns, der mit der Zeit das Draussen vergessen lässt.

Ganz anders der bezaubernde Odem, der von oben herab sinkt. Er fährt uns durch Mark und Bein und führt in den Sinnen allerlei Wechselwirkungen herbei, während wir der Dinge harren, die uns die mythische Marone bringen soll. Von dieser wissen wir allerdings wegen des Duftes, der sich freundlich, wenn nicht sogar freundschaftlich um uns legt, dass sie, die Marone, nicht sein wird.

Von all diesen Entwicklungen bei uns drinnen, am Tisch und in den Sinnen, nimmt man draussen nicht die kleinste Note wahr. Unsere Gesichtsausdrücke werden darum völlig falsch verstanden und interpretiert. Eben: Wir werden zu einer Karikatur. Oder vielmehr jene draussen. Denn die Karikatur will entlarven. Die draussen tragen Masken. Wir sind authentisch, hungrig und neugierig.

Was kann man aus einer solchen Analyse, wie ich sie eben vorgelegt habe, heraus lesen? Nur Ungerechtigkeit. Das ganze Unrecht, das uns Wartenden im Lokal angetan wird, wird keinen Strich gerechter im Bild, das für die Draussen angefertigt wird mit dem Ding, das vor uns auf und nieder steigt und welchem wir mit lechzendem Blick und trockenem Mund nach blicken und entgegen schauen.

Die Karikatur verbrüdert sich immer mit der Ungerechtigkeit. Das bekommen wir hier drinnen klar und deutlich zu spüren. Das Gefühl geht durch den Magen und bekanntlich gehört dieser zu den sehr sensiblen Körperteilen bei beiden Geschlechtern. Die Karikatur schlägt auf den Magen genauso wie die ausbleibende Speise.

Fortsetzung

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sch-ach-we-Wahre

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„In einem Geschäft, da muss was verkauft werden, meine Herren. Rauft euch zusammen und bringt Vorschläge, die wirklich was bringen.“

„So weit waren wir heute schon mal“, meinte Gründer Schnaptepürä mit einem leichten Achselzucken und lakonisch. Er lehnte sich gelassen und gemütlich an eine Wand, um zu signalisieren: Nur warte er in einer bequemen Stellung auf das, was noch kommen werde.

Die Frau schaute zuerst Gründer Schnaptepürä und dann Kurt Schuster an und meinte schliesslich: „Gründer, man muss den Mann da, wie heisst er schon, Kurt, etwas aufrütteln wenn nicht sogar stark durch schütteln, wenn das Geschäft Gewinn bringen soll.“

Gründer Schnaptepürä antwortete mit grosser Souveränität: „Er ist der sichere Wert in unserem Geschäft. Nämlich der Mann der Zahlen und Prinzipien.“

Die Frau: „Daran habe ich keinen Augenblick gezweifelt. Denn ich kenne dich ja. Du würdest dieses Geschäft sehr schnell als abgestorben in einen deiner Friedhöfe integrieren können. Mit diesem sicheren Wert, dem tapferen Kurtli, sind wir aber auf dem richtigen Weg. Am Horizont tut sich ein Lichtblick auf. Ich sehe, wie die Leute anstehen, um deinen sexuell Furcht inspirierenden Freund zu sehen, Gründer. Den werde ich aber schon noch dorthin kriegen, wo ein Mann hin gehört.“

„Rigi, wir stehen am Anfang unseres unaufhaltsamen Aufstiegs. Das muss man im Auge behalten. Es kann nur vorwärts gehen.“

„Aber nur gemeinsam mit dem Hinkefüsschen. Das habe ich verstanden. Ihr seid aber an eure Bretter festgenagelt. Die muss man euch aus dem Arsch ziehen, damit es vorwärts geht. Bringt er das Geld.“

„Nein, er organisiert und schaut als der Wissenschafter und Zahlenmann genau auf die Zahlen.“

„Dann muss also noch jemand her, der Geld in diese schlappe Gesellschaft pumpt.“

Fortsetzung

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