sch-ach-zzzn-ins

zzzn ins

 

Nadja schüttelt’s am ganzen Körper. Sie ist entsetzt und hält mit dem Heulen nicht an. In was für eine Runde bin ich geraten!, schluchzt sie. Ihr seid alle hemmungslos bös und blöd.

Auch etliche weitere Mitglieder unserer Runde signalisieren, dass sie mit dem eben gehörten Vorschlag nichts anzufangen wissen.

Oh, Nadja, ich verstehe dich voll und ganz. Mit einem derartigen Lumpenklumpendessert könnte auch ich nicht hausieren gehen oder sonst irgendetwas beginnen. Ich bin dafür, dass wir unsere Stücke weiterhin voneinander getrennt halten und in dieser Richtung nach einer Lösung suchen.

Ach, Vladidir, du bist ein weiteres Mal mein Herzallerliebst.

Solches würde ich für dich und nur für dich tun: Trennkost beim Dessert. Als Plektarier müsste ich eigentlich dafür einstehen, dass das ganze Dessert zu einer Masse vermischt und vermantscht wird und sich so weit wie nur möglich von seiner ursprünglichen Konsistenz verabschiedet, um als vollwertige Klumpennahrung, die als Paste ohne Problem in eine Tube passt, quasi schon vorverdaut und darum ohne Zahnhilfe und Kauarbeit unverändert vom Mund in den Magen findet. Auf einen derartigen Dessertmischmasch müsste ich aufgrund meiner Nahrungsvorliebe bestehen. Wir könnten es frei und fröhlich wie Kinder mit den Schachfiguren treiben und uns den Brei in den Mund und um die Ohren schlagen und schliesslich mit dem verbleibenden Rest unseres kulinarischen Morasts aufeinander losdreschen, bis wir vollends vollgefressen, von oben bis unten mit Dessert eingepackt, einander gegenüber sitzen würden. Wenn das nicht ein Zeichen von Versöhnung ist, dann weiss ich nicht, was Versöhnung bedeutet.

Nadja schluckt, weint nun in herzzerreissender Offenheit und keucht gelb in Einem.

Das mit der Versöhnung ging vollkommen daneben! Das war wirklich klug geschissen. Was tut ihr meiner Nadja an? Den Vorschlaghammer habt ihr gut geführt und Volltreffer gelandet. Ihr müsst euch aber schon etwas Besseres als dieses Dessertgeschmatze einfallen lassen, wollt ihr Versöhnung in unserer Runde erlangen. Nur lasst mit all euren Vorschlägen und Versuchen meine Nadja in Ruh! Tut eure Sippe ihr Leid an, geht die Tür voll zu. Ein Zeichen habe ich gesetzt: Ich bin hier. Ihr habt noch nicht alles verloren. Was ihr ihr indes da Böses antut, das könnte als Verstimmung mir auch auf meinen Magen schlagen. Und dann, ja dann, dann weiss ich nicht mehr, was mich daran hindert, in all eure Dessert zu schlagen und das, was euer unverschämtes Sinnen ausdenkt, zur Vollendung zu bringen.

Oh, Welm, jetzt fängst du auch noch damit an. Wo bin ich heute Abend hin geraten? Ich hätte lieber zu Hause bleiben sollen.

 

Fortsetzung

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