sch-ach-zyh-was

zyh was

 

Nichts bettet die Gedanken besser zu schlaftrunkener Zeit, der Zeit, der wir uns nun aufgrund des fortgeschrittenen Gesprächs langsam nähern und in welche wir behutsam zu steigen beginnen, als das Bett. Ein solches mache ich weit und breit nicht aus, jetzt, wie ich mich endlich im Besitz der ersehnten Marone befinde und mich nun zurück lehnen kann. Mich nimmt wunder, was du mir an Feld an Bettes statt anbietest, wo ich meine Gedanken bequem ausbreiten kann, so dass ich leicht auf sie zu zu greifen vermag, wenn ich sie diskret in die Diskussion über die abschliessende Dessertvergabe einwerfen will. Wer so spricht, ist nichts anderer als Kaspar.

Begehren, Begierde, Liebe: Diese drei Worte fassen den aktuellen Stand unserer Diskussion sachlich zusammen. So viel für den Moment aus meiner Werkzeugkiste gekonnter Gesprächsführung, also quasi mein bescheidener Beitrag zur Gesprächsflussflickerei nach dem Unterbruch, der durch die Aussendung eines Desserts herbei geführt wurde. Das ist natürlich Gründer. Er drückt sich im Augenblick etwas kompliziert aus. Das wird am schweren Wein liegen. Ich könnte auch sagen: am vielen Wein, der genossen wird.

Meine Beobachtung, jene der Chronistin, die selber als Choristin im Reigen mitsingt, der den Abgesang des Desserts angestimmt hat, wird bestätigt.

Umständlich gesagt, fürwahr. Immerhin hast du uns eine Zusammenfassung geliefert. So wissen wir, wo wir stehen: Begehren, Begierde, Liebe. Das erste ein ungeliebtes Wort, das letzte das Gegenteil vom ersten. Alle drei aber zentrale Teile des Lebens, spinnt Janie den Faden weiter. Auf diesem Grundstock lassen sich Überlegungen zum Werden, Sein und Vergehen aufbauen, die tiefer gehen als ein Streit über nicht verteilte Dessertstücke.

Das Dessert, der Würfel, sie dienen lediglich als Vehikel zu unserem Sinnen und Denken über Sinn und Zweck des Lebens. Sie treiben die Gedanken vor, stellen den Vortrieb für unsere Überlegungen dar. So gefällt mir das Essen, wenn es mit dem Geist einher geht, der sich nicht nur für Rezepte, dicke Hühner und skurrile Desserts interessiert. Gleichwohl wage ich zu sagen, dass wir bei Speis und Trank, hochtrabender Konversation und tiefschürfender Argumentation schon bald einen ganzen Abend bis tief in die Nacht hinein beieinander sitzen und mit unserem Gerede nicht viel weiter gekommen sind als bis zu einem Haufen Knochen, den wir nun Gott sei Dank wenigstens physisch weggeräumt haben. Ob diese Knochen nicht doch noch unserer Denkart als Knebel dienen, das weiss ich nicht, erklärt Kaspar.

Fortsetzung

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