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Ich würde sagen, auch wenn ich bereits meine Maronitiramisu vor mich stehen habe, ich würde sagen, und zwar in der Rhetorik, der Kaspar an diesem Abend geflissentlich frönt, dass der Kinder wild-liebendes Spiel, so etwa in diesem Worten würden er unsere Diskussion willentlich kommentieren, all die Ordnung, die uns an diesem Abend gepredigt wird, ausser Kraft setzt. So gesehen ist die Kraft der Kinder grösser als die Kraft der Ordnung, auch wenn wir Erwachsene uns der Illusion hingeben, die Ordnung stehe über Allem, schütze uns vor aller Unbill des Lebens. Der Kinder und Heranwachsenden unbändiger Drang zu Neuem stellt jede Ordnung Matt. Dessen eingedenk denkt die Erwachsene an ihre eigene Kindheit und an den Respekt, den sie, damals noch jung, der Ordnung entgegen brachte. Mit Fusstritten quittierte das Kind der Erwachsenen Interventionen in der Gewissheit, dass es als junger Mensch letztlich über die vor ihm älter Werdenden zu einem späteren Zeitpunkt einmal die Oberhand gewinnen wird. Eines Tages werden die Eltern ohne Entscheidungsfähigkeit da stehen, nicht in Ohnmacht, weil sie nicht zu argumentieren vermögen, sondern ganz einfach, weil sie, durch das Leben vollkommen geschwächt und vom Alter eingeholt, nichts mehr sagen können. Kraftlos, ausgelaugt, geradezu das absolute Gegenteil eines ausgeschlafenen Kindes, von der Ordnung gebeugt, dann, wenn im Alter der Schlaf keine Kraft mehr bringt, dann weicht die Fähigkeit, sich der Ordnung zu widersetzen. Das, meine Herren, ist die Lehre von diesem Abend über die Ordnung und ihrem Verhältnis zu den Kindern.

Ganz dieser Meinung bin ich nicht, wendet Jette ein. Kinder kennen den Wert der Zahlen nicht. Unsereins, ich, Geschäftsfrau, die einen erfolgreichen Vertrieb von buntscheckigen Kugelschreibern betreibe, habe selbstverständlich ein völlig gesundes Verhältnis zu Zahlen und der Ordnung, die mit ihnen zusammen hängt. Sie vermitteln Übersicht und Vertrauen aufgrund der Beständigkeit, für welche sie stehen. Darum, das mit den Kindern ist etwas zu kurz gegriffen. Solange man lebt, sind die Zahlen ein Garant für ein sicheres Vorwärtsschreiten, das zielgerichtet durch das Leben führt. Kinder haben keine Ahnung, keinen Ansatzpunkt für Zahlen und wissen darum auch nicht, was Leben bedeutet. Als Geschäftsfrau, die doch talentiert denkt, weil mein Geschäft nach wie vor Bestand hat, bemühe mich mit Ausnahmeeinfällen Einnahmeausfälle wett zu machen. In dieser Sache Zahlen die rote Karte zu zeigen, käme dem Untergang meines Kugelschreiberhandels gleich. Darum sage ich: Das Schach macht ordnungsvermittelnd eine ganz bedeutende Zahl zu einem seiner Leitlinien. Welche, fragt ihr. Ich gebe euch die Antwort: Die Vierundsechzig.

Schon wieder diese Zahl, die hatten wir schon an diesem Abend. Sie liegt nicht weit von der Erotischsten aller Zahlen im Einmaleins entfernt. Ich verrate euch welche: die Neunundsechzig.

Diese Zahl, Arigia, ist, ohne dass man viel von der Welt versteht, die treibende Kraft des Lebens.

Treibende Kraft des Lebens?

Kunststück! Auf ihr treiben sich die Schachfiguren herum.

Fortsetzung

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