sch-ach-zdo-sollen

zdo sollen

 

Ich mache auch nicht den Vorschlag, selber aufzustehen, um hinter dem Ausschank etwas für uns beide zu holen. Sage ihm das aber nicht. Den Männern soll man nie zu viel eröffnen. Ein kleiner Abstand schafft gute Freunde. In der Sache würde mir meine beste Freundin natürlich widersprechen. An der Tischkante bin ich jedoch auf mich allein gestellt. Ich will mir zudem Kabar nicht verderben. Er wartet sicher mit Heisshunger darauf, was kulinarisch und ebenfalls in Form des von mir vollendeten Protokolls auf uns zukommt.

Unser Gespräch hält mich von meinen Pflichten ab, meint er. Dessen werde ich mir auf einmal auch gewahr. Ich muss mich wirklich zusammennehmen. Ich muss aufmerksam sein, bedacht darauf, genau das in mein Gedächtnis auf zu nehmen, was in diesem Raum mit dem Dreieck-Tisch zur Sprache kommt. Was ich in mein Gedächtnis einlagere, muss ich dann über jenen Raum verteilen, der sich, auf einer anderen Tischplatte, als weisses Papier vor mir ausbreitet, den Abend also in dieser weiteren Umgebung aufs Neue aufleben lassen. Es ist aber nicht an mir, und das muss ich mir klar und deutlich hinter die Ohren schreiben, die Notizen nach ihrer Bedeutung und Wichtigkeit selbstgefällig aus zu legen, aus zu sortieren, zu ordnen und zu interpretieren. Diese Pflicht kennzeichnet nun einmal nicht die Aufgabe eine Protokollistin. Oder vielleicht doch?

Über das Aufgabenheft der Geschichtsschreiberin habe ich an anderer Stelle schon sinniert und werde darum nicht darauf zurückkommen. Vielmehr bin ich bereits wieder halb Ohr für das, was um mich herum geschieht. Ich löse auch die zweite Hälfte aus Kabars Komplimenten heraus, so dass die Chronistin wieder ganz Ohr an ihre Aufgabe heran tritt. Ich registriere präzis, was auf allen Seiten gesprochen wird. Jetzt sind sie daran, den Zweidrittel-Vegetarier durchzuhäckseln.

Was denn das nun wieder sei, so mein Nachbar.

Wir müssen hinhören, so ich zurück.

Über das Speisen wird nicht gespottet, heisst es jetzt.

Ich spotte nicht. Ich bin durchaus seriös. Und schon gar nicht spotte ich über das Essen. Meine Figur spricht, was meine Leidenschaft für das Essen angeht, Bände. Speis und Trank will ich kein Leid antun. Aber dennoch stehe und setze ich dazu, dass ich zu zwei Dritteln Vegetarier bin und mir dies sehr gut bekommt. Meinem Vorbild sollten alle nacheifern. Ich werde auch die Marone, die da kommen soll, nicht verachten. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass Fleisch an ihr sein wird.

Fortsetzung

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