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Warum die Warterei in die Länge ziehen und sie auf die höchste Sprosse unseres Wertepegels hieven? Soll ich meinen Bericht der Wartezeit gleichsetzen und diesen auseinander ziehen wie ein elastisches Band, das uns endlos scheint, bis endlich Bewegung in die Dinge kommt? Jene Dinge, von denen niemand von uns auch nur eine Ahnung hat, wir, die Gäste?

Das Rätselraten darüber, was auf uns zukommt, ist gross. Das Gestrüpp vor und im Lokal gibt Anlass zu den wirrsten Vorstellungen. Die Inszenierung zieht immer noch Schaulustige an. Ihre Gesichter, die am Fenster herein schauen, sprechen Bände. Wir sorgen für Belustigung.

Von uns ist keiner ein Mensch aus dem Wald. Das haben wir inzwischen herausgefunden. Ein Waldmensch, ein Naturmensch, womöglich, wüsste, wie die hier herum stehende und hängende Ausstattung zu deuten ist. Unsereins nicht.

Gemüse auf dem Tisch, Kastagnen im Geäst, das von der Decke hängt. Zum Teufel auch, sagt Wladimir. Was soll das alles? Vladidir, du machst mit deinem Gestrüpp alles nur breiter.

Rohkost statt Braten; das will uns, schlecht gereimt, nicht geraten.

Es ist natürlich nicht unser Philosoph, der solches von sich gibt. Er hätte mit Sicherheit einen besseren Abklang auf den Braten gefunden. Ich frage ihn danach.

Ich trage das Reimlexikon nicht auf mir, kommt von ihm als Antwort.

Er wird von verschiedenen Seiten geschubst.

Komm doch!

Mach einen Vorschlag!

Ach was, wer hört hier schon den Braten, vielmehr einen Braten, der nach einem Reim ruft. Wir liegen hier brach. Zu Ehren Kabars reime ich lediglich: Schachbrach.

Von deinem Olivensaft, der uns die Magenwände fetten würde, mache ich auch nichts aus.

Gut geantwortet.

Hinter der Theke wird der Betrieb eingestellt, aber erst nachdem alle Gläser nachgefüllt sind, jenes des Herrn Sies ausgenommen. Denn er macht sich nun auf und davon, nicht durch irgendeine Hintertür, sondern ganz offiziell und ehrlich durch die Eingangstür – als hätte er nichts zu verbergen, kommt es von drinnen – allen Blicken ausgesetzt mitten hinein unter die Leute, die draussen verharren und sich immer noch die Beine in den Leib treten, als gäbe es hier drinnen etwas Besonderes zu sehen; jedenfalls etwas Besseres als eine wartende Gesellschaft, die von einer Lästerung in die nächste verfällt und von Plagen ganz verschiedener Art, sprich Hungergefühl, knurrendem Bauch, Magenbrennen und Schwächewellen, traktiert wird: Endlich was in den Magen bekommen!

Den Hunger kann man nicht mit dem Durst stillen.

Fortsetzung

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