sch-ach-wa-Leute

wa Leute

 

„Oh, dein Lob schmeichelt mich wie immer.“

„Und was wollt ihr aufbauen?“

„Ein Geschäft“, antwortete Kurt Schuster mit wenig Stolz in der Stimme.

„Und verkaufen?“, bohrte die Frau weiter.

„Zuerst einmal den Schrank fertig aufstellen“, bemerkte Kurt Schuster gereizt, aber mit Bestimmtheit.

„Bildet das Zeugs da am Boden den Schrank? Wie herzig. Das könnte ja auch ein allerliebstes Bett sein, was da liegt.“

Kurt Schuster versetzte, diesmal resolut: „Das ist kein Bett. Ich weiss gar nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dies als Bett zu bezeichnen. Hier wird gearbeitet und nicht geschlafen.“

„Stimmt, das sieht nicht nach himmlischem Frieden aus, eher nach einer Scheidung. Da müsst ihr euch ganz schön gestritten haben, mein Süsser.“

„Er hat mir einen Nasenstüber gegeben. Das gehört sich unter Geschäftsleuten.“

„Wie süss.“

„Was habe ich? Ich bin Ihnen nicht zu nahe gekommen“, fragte Kurt Schuster.

„Unter Geschäftsleuten! Das finde ich toll.“

„Was für Leuten?“, wollte Kurt Schuster wissen.

„Nehmen Sie’s nicht zu ernst. Arigia ist immer zu Spässen aufgelegt. Hier, meine Liebe, leisten wir uns auch einen ganz besonderen Spass: Wir bauen ein Geschäft auf. Du weisst: In solchen Angelegenheit bin ich stark.“

„Spass muss sein. Auf deinen Friedhöfen haben es die Insassen ja auch ganz besonders lustig. Dort sieht es ganz genau gleich aus wie hier. Aber hier fliegen immerhin die Späne.“

„Wir verpulvern und verpfeffern kein Geld, die Späne fliegen aber trotzdem. Es ist eine tolle Sache, und alle, draussen, finden es lustig.“

Der Teilhaber empfand die Unterhaltung alles andere als „lustig“ und reagierte darum auf die Erheiterungen des Geschäftspartners und der eben aufgetauchten Frau mit ernster Mine. Der aufgesetzte Gesichtsausdruck dokumentierte überdeutlich, was Kurt Schuster von den Bemerkungen über das „Geld verpfeffern“ hielt.

Die Frau fuhr weiter: „Ja, meine beiden Spätzchen, was wird hier denn verkauft?“

„Ich habe das grosse Glück, mein Täubchen, dass Herr Schuster höchst flexibel ist und unsere Einrichtung den verschiedensten Möglichkeiten und Wünschen angepasst werden kann.“

„Sehr geehrte Dame, Ihre dummen Sprüche treffen mich nicht. Herr Schnaptepürä und ich gründen ein seriöses Unternehmen. Es befindet sich auf dem besten Weg des Gelingens. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Schrank fertig gestellt ist und sobald alles eingerichtet sein wird, steht auch das Geschäft. Das versichere ich Ihnen als der Geschäftsteilinhaber. Wir setzen unser Geld nicht ins Wasser.“

Fortsetzung

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