sch-ach-sl-Vergessen

sl vergessen

 

Am Rande des Spieles verhielt sich die Mehrheit der Zuschauer jedoch schweigend. Das Wort führte ein eingeschworener Kreis von Spielbeobachtern. Im Kern kannte man sich, man respektierte den Anderen mit all seinen Schwächen und Stärken. Man stand sich bei. Während des Spiels wurden Rendez-vous abgemacht, nächste Partnerschaften für das Spiel ausgemacht. „Nei!“ – „Dame Tausch Problem.“ – „Juua!“ – „Dame tauschen, Läufer verloren. Immer no weisse Läufer.“ – „You’d like. But that stupid game is not in the sentence to stand the play.“ – „Schoo verlore.“ – „Es langet beide neet.“ – „Hallo Meister.“ – „Hallo.“ – „Jetzt isch fertig.“ – „Neme mit Turm.“ – „Nehmen mit Turm.“ – „Yeah!“ – „Das isch schön.“ – „Yeah!“ – „Warum?“ – „Ja, Hausi.“ – „Was machen?“ – „Muss Dame.“

Die Akustik, welche ein Spiel auf dem öffentlichen Feld begleitet, bietet sich als das geeignete Inspirationssystem für einen Komponisten an, der nach neuen Tönen und Rhythmen sucht, um sie dann in eine eigene Musik umzusetzen. Den Dirigentenstab beim Inspirationskonzert auf dem Platz, das der Komponist interessiert mitverfolgt, führt das Spiel zu seinen Füssen. Das Spiel gibt den Takt an, baut die Spannung auf, sorgt für den Rhythmus, setzt die Kunstpausen und sorgt über diese für eine Beruhigung im Geschehen. Wenn das Spiel langweilig wird, bricht auch das Musikstück zusammen, sofern es nicht vom Spielfeldrand tönt: „Ja, aber.“ – „Eine mit dem Läufer. Eine. Ja“ – „Jaaa.“ – „Mit was nehmen?“ – „Dame.“ – „Pourquoi?“ – „Dame ist ausgeliefert Turm.“ – „Hahaha.“ – „Das kann schon.“ – „Dame kann nicht.“ – „Machen gar nix.“ – „Warum Dame neme? Wyss Problema.“ – „Pierre, keine Matt mache, Turm opfern. Schach.“ – „Nei! Turm Schach gebe, ni mit diese Turm!“ – „I cha nöt Schach gää“ – „Nein. Dame zurück. Na. Weiter, yeah!“ – „Mit Dame er muss Dame gratis geben“ – „Wenn nicht Dame, wenn Dame neme: Schachmatt.“ – „Muss neme Pierre: Schachmatt.“ – „Turm Bauer neme Pierre Schachmatt.“ – „Du hast recht. Musst neme Pierre.“

Reine Poesie! Worte. Eines an das andere gefügt. Für sich knapp verständliche Informationsträger. In den Zusammenhang gesetzt verlieren sie völlig an Klarheit. Die Worte sind nur noch Klang, der im Geiste schmilzt, ein Ton, der beim Hören im Ohr und auf der Haut aufgeht, sich als Nachhall im Körper ausbreitet, bis er schliesslich ausklingt. Genau so verhält es sich mit dem Hall des Klangkörpers Schachbrett. Die einzelnen Züge verlieren an Bedeutung. Die Sprache gewinnt an Präzision. Man hört auf jedes Wort, erforscht, was es genau bedeutet, wie es auf ein voraus gegangenes reagiert. Warum es genau an dieser Stelle, an der es gefallen ist, gesetzt wurde.

Fortsetzung

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