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„Weisser Läufer nemen Läufer, dasch isch guet.“ – „Jeee!“ – „Ain!“ – „Warum?“ – „Er haben Läufer.“ – „Ain.“ – „Juuah! Er hat einen groben Bauer. Das isch Schach!“ – „Läufer! Weiss!“ – „Vor mit Dame!“ – „A viata!“ – „Genau. Geschützt. Fertig.“ – „Verlieren Läufer. Hähä.“ – „Es kommen Dame dazu – geschützt.“ – „Er kann nicht neme: geschützt.“ – „Ja.“ – „ja, besser neme weisse Läufer.“ – „Ja, Weiss nüt.“ – „Das isch a mooredums Zügs.“ – „Ä wart.“ – „Mol.“ – „Aah.“ – „Jetzt wäre Schach gewesen.“ – „Saucisse für Grillparty gangen jetzt go hole.“ – „Meistemagedan, forster magedan.“ – „Yeah.“ – „Warum?“ – „Mersaka.“ – „Dam.“ – „Genau.“ – „Ja.“ – „Diese Bauer.“ – „Zuerst Bauer.“ – „Dame.“ – „Jede macht eine Fehler. Jetzt wäre Schach gewesen.“ – „Bitte Dame neme.“ – „Moschelem.“ – „Jetzt verliert Dame.“ – „“Ain!“ – „Schpilt net so guet.“ – „Warum Dame neme?“ – „Turm schwarze Läufer Schwarz Schach!“ – „Ailora!“ – „Schach!“ – „That’s play never ends?“ – „Nei, Gopf.“ – „Aaah! Der Läufer verlore, aah!“ – „Är het falsch gschpilt. Er hät schon lang gwonne. Normalerwiis wäri är Schach.“ – „Nein.“ –  „Mol klar.“

Am Rande des Spielfelds sprudelte es nur so von bitterbösen Bemerkungen, feinen Anspielungen, klaren Kommentaren und fachmännischen Auslegungen. Die eine ergab die nächste, wässerte das Durcheinander der verschiedenen Meinungen, so dass die Person, welche den ganzen Park an Worten mit bekam, sich überhaupt kein Bild von dem machen konnte, was sich auf dem Feld abspielte. Die verbalen Einwürfe in das akustisch aktiv begleitete Spiel trugen kein Stück bei zur sachlichen Klärung des Spielverlaufs.

Die schnell hingeworfenen Kommentare mangelten an jener sanften Klarheit, die das Schachspiel zum Königsspiel erhebt. Die eiligen, kurzsätzigen Gespräche bewegten sich nicht in durchdachten Rastern, welche das Schachbrett als ein klar dimensioniertes Gebilde regelmässiger Quadrate den Spieler für ihre Spielführung vorlegt.

Für nicht Eingeweihte verlief  zudem dieses kommentierte Schachspiel auf öffentlichem Feld in einer grossen Anonymität. Personen, die nicht in den eigentlichen Kreis, den mehr oder weniger geschlossenen Zirkel der alt eingestandenen Kommentatoren aufgenommen sind, haben kaum eine Chance, eine eigene Bemerkung zu setzen, die von Anderen am Spielfeldrand auch würdig quittiert wird.

Dies galt auch für eine Gestalt, die sich in einer Ecke des Spielfeldes befand und irgendwie fürchterlich aufregte, dabei englisch sprach und von einigen der am Spielfeldrand Stehenden zuweilen bereits etwas schräg gemustert wurde.

Fortsetzung

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