sch-ach-zzzzcs-als

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So stolziert der Pfau durch die Zeiten. Doch dein Werk ist eingebunden in eine Zeit. Darum beende es. Höre auf den Pfau. Schau auf die Zeit, die vor dir steht. Übergib ihr dein Werk. Hör auf. Wenig redegewandt und variierend in den Worten rat ich dir: Dein Werk ist zu Ende geschafft. Der Pfau, der durch die Zeiten in diese Zeilen gefunden hat, wird weiter schreiten. Dein Werk wird bleiben. Das Werk des Pfaus ist kein Kram, nicht kraus; kein Kranz, der sich kopieren lässt. Dennoch gleichen sich der Pfau, der sich nicht selber geschaffen hat, und das Werk, das der Schreiber geschaffen hat. Wir sind beide vollendet. Spreiz nach getaner Leistung die Finger aus. Lehne dich zurück. Beginne das Buch zu schliessen. Aller Anfang ist schwer. Auch jener vom Ende. Mit meinen farbigen Federn, die ich als breiten Busch vor die aufrichte und so über den ganzen Horizont und über diesen hinaus entfalte, den du in deinem Blickfeld ausmachen kannst, zeige ich dir den Endpunkt. Lass dich durch dieses einmalige Mirakel inspirieren. Bewundere das Schauspiel, dass sich aus all meinem Federn wie ein glitzernder Wasserfall mit deinen Zeilen zu einer wunderbaren Schöpfung vereinigt. Vereint blicken meine hundert Augen mit tausend Menschenaugen in eine Zeit, die vorbei ist, die kommen wird. Nicht trennend weitet sich unser gemeinsamer Mantel aus. In dieser Welt wird dem Menschen so vieles unter verschiedenen Deckmäntelchen hingeworfen, die als Denkmäntelchen das Leben schwer machen wie einen niederdrückenden Ballast, unter dessen Joch Tausende leiden. Unser Mantel ist jedoch ein wunderbar schwebender Regenbogen, der sich immer wieder wieder holt, ein Augenblick, der niemals vergeht. Das Bild steht. Was willst du daran noch ändern? Halt ein. Bremse dein Wirken und geniesse als vollendet, was vor dir steht wie die Liebe, die sich erfüllt. Lass dich überwältigen vom Abschluss deines Schaffens. Es befindet sich im Zustand des Wesens, das sich für die Anderen ausgibt als eine Vielfalt von leuchtenden Augen, welche sich gleich deinem Werk mit meinen Augen vereinigen. Wir stehen für einen Traum, den du nur durch dein Weiterschreiben zerstören kannst. Die Liebe will, dass du bei einem bestimmten Punkt einhältst und sie gewähren lässt. Sie lässt sich nicht steigern. Tausend Augen schauen und wünschen, dass des Pfauens Pracht sich über die ganze Welt ausbreitet und alle bösen Augen ausblendet, die Zwist und Schlimmeres in diese hinein legen; wünschen, dass Frau und Mann, Pracht des Werdens, Männer mit Männern, Frauen mit Frauen, alles was lebt, was einfach leben will, in unserem Prachtkleid Herberge findet. Der Verbindungen sind viele. Wir zwei, du und ich, meine Federn, dein Opus, bleiben unbegreifbare Werte; Bauteile, Beispiele für eine auf Hoffnung und Vertrauen gebaute Welt. Mehr werden wir nicht sein. Mehr können wir nicht sein. Hör auf den Pfau, der alle Zeiten besteht und deinen Stift ehrt im Wissen, dass dein Werk nicht aufgeputzt daher kommt wie ein Pfau, sondern selber ein Pfau ist.

Solchen Worten ausgesetzt, legt der Schreiber aus der Hand die Feder, voller Respekt für das packende Federspiel, das der Pfau ihm entgegen hält und dann, kurzerhand, unbeeindruckt, wieder langsam schliesst. Der Pfau geht einen Schritt weiter. Bleibt stehen.

Der Pfau öffnet noch einmal das Rad, sein Rad, ein letztes Mal, bevor das Werk schliesst und dieses den Weg ebnet für alles, was nach ihm kommt, für alles Kommende.

Komm, Ende!

Oh! Matt! Das Spiel ist aus. Der Spieler grüsst, dreht sich um und verlässt den Platz. Stoppt, blickt zurück. Das Schach ist bereit für das nächste Spiel. Das letzte Blatt ist beschrieben. Der Spieler verlässt endgültig den Ort.

Die Zeit geht, das Vergessen tritt ein. Das Einzige was bleibt, ist die Ordnung, die niemand versteht.

***Ende***

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