sch-ach-zzzzck-Gorbeh

zzzzck Gorbeh

 

Nicht grösser als eine kurze Reihe von kleinen Pinseln, die dem Pfau auf den Kopf gesteckt sind. Ein obsoletes Detail eigentlich, das im ganzen Prachtstück, dass dieser eigenartige Vogel bieten kann, in der Regel völlig untergeht. Wer den Ring sieht, dem entgeht der Kopfschmuck voll und ganz. Unscheinbar ist der Vogel noch auf andere Art: So gross ist sein Körper nicht. Könnte im Busch übersehen werden – aber nicht vor dem Bücherparavent.

Gering von Gestalt, solange er nicht das Federkleid, explosionsartig, riesengross aufrichtet, blickt er gelassen zum Schreiber, mit dem Kopf nickend, als wolle er sagen: Die Schrift trägt verglichen zum Pfau, der von alters her kommt und bedächtig und stolz in die Moderne paradiert, wie selbstverständlich allen Entwicklungen trotzt, ein junges Kleid. Der Pfau beugt sich nicht wie die Schrift der Diktatur der Despoten und des Geldes, Wörter bildend, die während einer kurzen Zeit gefallen. Auch nicht jenen Mächten, die dem alt her Getragenen verhaftet bleiben und in den kommodenhaften Kleidergarnituren der unveränderlichen Folklore auf treten.

Der Pfau behält die Schönheit über die Zeiten hinweg, umgarnt die Schöpfung nicht listig als hinterhältiger Vogel, sondern schreitet ihr als offenkundiges Prachtsexemplar gelungener Wandelbarkeit voran. Im Wandel der Haute Couture, welche die Jahre hervorbringen, hält er sein Kleid offen, ungerührt von dem, was der Mensch an Tradition und Mode Vergängliches schafft.

 

Fortsetzung

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