sch-ach-zzzzay-im

zzzzay im

 

Wer nicht wandert, gebärdet sich als Spinne. Folgt ihrer Weltordnung. Füsse und Verstand wollen die Welt in einem immer weiteren Umfeld erkunden. Die Spinne hingegen sitzt neben ihrem Netz und wartet, dass die Welt zu ihr kommt und sich im Format von Fliegen, Mücken und Staub in ihrem tückischen Konstrukt festsetzt und verfängt.

Die Netze der Spinnen zeichnen sich durch eine grosse, genau bemessene und mit akribischer Kunstfertigkeit ausgeführten Fleissarbeit aus; als sollte nicht die wilde Natur, die aufgerissene, Gebiss bewehrte Dunkelkammer eines Rachens, Ausdruck des grauenvollen, notwendigen Überlebenskampfes in Flora und Fauna, sondern das feine Artefakt einer der Beute wohlgesonnen und grossherzigen Künstlerin diese betören und anlocken.

Das Netz der Spinne folgt der Logik des Schachs. Das Netz der Spinnen, geordnet, wie ein Schachbrett, kennt nur eine Königin: die Spinne selber. Ihr ist alles Untertan, was in die ausgelegten Fänge gerät. Sie herrscht über eine absolut klare Ordnung. Der Spinne Widersacher vertritt kein König, der das Spiel macht. Die Macht der Spinne über alles, was sie bewacht, was sich in ihrem Netz verfängt, ist ungebrochen. Kein Zug aus Luft gebietet der Spinne: Halt. Kein Luftstoss weist sie in die Schranken.

 

Fortsetzung

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s