sch-ach-zzzp-als

zzzp als

 

Also so etwas stellt alles andere als ein respektables Versöhnungsangebot dar. Uns auf den Boden werfen und auch noch mit dem Gesäss auf uns herum hüpfen, damit ihr das Dessert an euch reissen könnt! So etwas geht nicht.

Das ist der Aufstand der Dicken! Wie erwehren wir uns dieser Lawine? Was setzen wir dem Elefantenheer entgegen?

Wir Federgewichte kommen ihnen mit der Masse, die wir ihnen entgegen setzen können, kein Jota bei. Sie beide werden uns einfach erdrücken. Sie befinden sich zwar nicht in der Übermacht, aber das, was sie mit sich herum tragen, gibt ihnen nicht Durchschlagskraft, so doch Aufprallballast, der uns aufgrund seiner Tragbreite zu schaffen machen könnte.

Es sei denn, wir werfen unsere Brüste ins Rennen. Da haben wir Gewicht. Die dicke Front wird gebändigt zurück weichen. Die Wippe würde garantiert zu unseren Gunsten schwingen.

Wir müssen alle Dessert an uns reissen und ins uns hinein schlagen. Das wird Fett in uns anreichern und unsere Abwehrgewicht erhöhen. Die Nasen setzen wir als Hörner ein. Wir bilden die Nashornfront, welche den Dickhäutern das Grauen beibringt.

Warum dieser Protest! Warum diese Aufregung? Wer wird solches wollen? Niemand unter uns. Niemand wird Nadja ihr wohlerwürfeltes und würfelbestimmtes Dessertstück vorenthalten wollen. Das tut niemand unter uns. Wir wünschen vielmehr einmütig, dass Nadja aus ihrem Tränenreich, ihrem Tränenmeer in unsere lustige Mitte zurück findet. Dass Schach und Wissenschaft zusammen finden. Dass wir alle glücklich die Eröffnung dieses Lokals miteinander feiern können, dem wir langes Leben wünschen. Mehr wollen wir nicht. Das schlage ich vor. Ich schlage vor, dass wir das Dessert durch den Fleischwolf der Reinheitlichkeit drehen und dieses somit nicht in eine Einheitsmasse verwandeln, sondern als Eigenstücke belassen. Das gereicht uns zur Freude und jenen zur Ehre, die sie gebracht haben. Wir gehen nicht ans Eingemachte, sondern erlaben uns am frisch Gemachten, so wie es ausgemacht wurde. Jedem sein Dessert! So heisse unsere Parole, mit der wir die Nachspeise in Angriff nehmen. Jedem das Dessert, das ihm zugefallen ist. So soll es sein. So soll es bleiben. Und dennoch wage ich jetzt darauf hin zu weisen, dass der Würfel ausgespielt hat, und zu verlangen, dass er zurück in seine Schachtel muss. Die Stücke sind verteilt und rechtmässig an ihre neuen Besitzer gegangen und somit Kurts Hand entzogen. Wir haben in das Loblied der Versöhnung zwischen Schach und Wissenschaft eingestimmt, zwischen Denken und Rechnen, Natur und Geist, Ordnung und Freiheit, Kunst und Alignements, Teilen und Geben, Begehren und Nehmen. Das soll unser hehrer Vorsprung sein auf alle, die uns mit Kritik entgegen treten. An diesem Vorsatz wollen wir uns halten und keinen Schritt zurück treten vor dem, was uns an die Freude will. Und dennoch warne ich: Wir dürfen nicht zu weit, all zu weit, die Vorsätze ausarbeiten, überlegen und planen. Das wäre vorsätzlich, dumm und sträflich. Denn wir würden uns mit zu viel Planung, die unvermeidlich zu Regelbildungen führt, selber aus dem Weg planen. Ich schlage darum vor, dass wir mit dieser Versöhnung bei uns beginnen. Der Würfel ist nicht ausgespielt, er hat vielmehr ausgespielt. Was er bestimmt, hat keine Kraft mehr. Kurt mag ihn auch auf eine Kante legen. Dessen Kunststück macht den Würfel nicht mehr zum Entscheidungsfäller. Der Würfel hat ausgesungen und ausgeklopft und was er mit seinen Zahlen gesetzt hat, das ist gesetzt, aber nur innerhalb jener Ordnung, die das Spiel des Würfels regelt. Die Schachfiguren stehen nun neben dem Brett. Dort verlieren sie ihre Bedeutung. Dergleichen ergeht es der Wissenschaft, die heute in ihrem Labor geblieben ist.

 

Fortsetzung

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