sch-ach-zzo-wendend

zzl wendend

 

Die Katze, um beim Stichwort zu bleiben, bildet das Scharnierstück zwischen dem statischen Schach und der dynamischen DNA, die allem Leben Gestalt verleiht. Manchmal erwirkt diese DNA schöne Gestalten, manchmal solche, die allem anderen Leben widerlich und abhold erscheinen. Die Katze kann lauern, liegen, warten und passen und plötzlich schlägt sie zu und treibt mit der Maus, die sie gefangen hat, ihr Spiel, so lange, wie es der Laune des Katzentiers passt. Die DNA treibt es noch schlimmer als unsere häusliche Miezekatze, ist einfallsreicher. Die molekulare Erbsubstanz von Tier, Mensch und Gemüse setzt auf die Vierundsechzig und baut auf dieser Zahl auf, variiert die Möglichkeiten um ein Vielfaches, als dem Schach gegeben ist. Das Schach kommt immer wieder auf sich selbst zurück, auf die Ausgangsstellung. Eine umgepolte, entwicklungsfähige und somit weiter führende Entwicklung ist auf dieser Basis nicht möglich. Das Schach verfügt zudem nicht über die Geduld, die dem Leben gegeben ist, das immer wieder neu wird und sich dabei unheimlich viel Zeit gibt. Die unendlich bescheidene Zahl der Züge im Schachspiel, verglichen zur Unendlichkeit, der das Leben gehorcht, stösst auf diese Weise irgendeinmal schnell an Grenzen. Die Ursache liegt darin, dass das Schach mit seinem von Menschen geschaffenen Regelwerk als Fussangel doch recht statisch da steht. Das Erbgut des Lebens hingegen unterliegt einer dynamischen Entwicklung, die sich aus dem Vorhergegangenen löst, indem die Regeln keinem rigiden Entwicklungskatalog folgen, sondern Raum für das Experiment schaffen und Fehlentwicklungen zu lassen, die etwa zum naturgegebenen oder menschenverursachten Aussterben von Arten führen, gleichzeitig aber Raum für neue Möglichkeiten öffnen. Dem Schach mangelt es an solcher Fähigkeit. Der Mensch ist nur einer von vielen Faktoren, die in die Gesetzmässigkeiten der Natur hinein mischen und diesen nach Belieben neue Richtungen vermitteln. Beim Schach mischt nur der Mensch mit. Die Fehler sind beim Schach von anderer Natur als im Leben. Das Schach vermag sich nicht selber zu korrigieren und neue Spielformen zu generieren. Der Menschen ändert des Schachs Regeln nicht. Die Natur macht, was will.

Und beide haben die Zahl Vierundsechzig gemeinsam. Auf dieser gemeinsamen Basis lässt sich etwas aufbauen, auch wenn die statischen und dynamischen Auswirkungen auseinander gehen. In diesem wesentlichen Unterschied, seiner Erkenntnis, seiner Wahrnehmung, liegt die Kraft für einen neuen Aufbruch. Das bezeichne ich als das untrügliche Markenzeichen einer gediegenen Ordnung, die nicht, wie ein überladener Karren, im Dreck stecken bleibt. Ordnung muss immer etwas Raum lassen für das, was ich jetzt mal mit Begehren bezeichne. Ich bin durchaus auch der Ansicht, dass diese entwicklungsfördernde Bewegungsfreiheit dem Schach abhanden kommt. Dynamik steht für den Willen, etwas aufzubauen und gemeinschaftlich auf die Beine zu stellen. Das entspricht der Kraft unserer Runde. Wir vermählen Statik und Dynamik, damit etwas Festes wird. Das Werden ist das Ziel. Darauf sollten wir anstossen. Wir sollten diese Erkenntnis feiern.

Was ihr da beschreibt, repräsentiert nichts anderes als den Siegeszug der Radikalen, die euren Ionen im Gehirn gehörig zugesetzt haben. Diese haben ein Gemetzel angezettelt, das bei weitem jenes Massaker übersteigt, welches ein Fressschach auf einem Schachbrett zu inszenieren vermag.

 

Fortsetzung

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