sch-ach-zzj-heimtueckische

zzj heimtückische

 

Eine derart blasierte Aussage ist mir schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen, wettert Wilhelm. Lasst die Finger von meiner Wissenschaft oder ich schlag euch mit dem Schachbrett über den Kopf.

Sobald dir das Wesen von Wissenschaft und Schach vollends aufgegangen sein wird, wirst du in unseren Gesang einstimmen, flötet Kunigunde munter weiter.

Der Dicke, ich meine Wilhelm, rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Der Tisch sorgt jedoch für Stabilität, so dass der Stuhl nicht ins Wanken gerät.

Wir Frauen stimmen den Abgesang des Abends an. Den Takt gibt der Würfel an. Es soll vorwärts gehen. Der Abend ist bereits weit fort geschritten. An Aufbruch wird zwar noch nicht gedacht. Der Anlass zieht sich schon tief in die Nacht hinein. Von Polizeistunde scheint hier niemand etwas zu wissen. Sie ist ein bisher nicht gehörtes Wort. Kunststück, ist es doch der erste Tag, an welchem das Lokal geöffnet hat. Die draussen stehen nach wie vor Spalier – als ob es ein Hineinkommen gäbe.

Meine Lieben, und ganz besonders all jene, die nichts von alledem verstehen, was Wilhelm so meisterlich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als sein trautes Tagwerk denkerisch verrichtet, das sage ich euch: Was wir Frauen euch darlegen wollen, befasst sich mit dem Beginn des Lebens. Zur Entschlüsselung dessen, was da abgeht, hat auch der Katzenmensch Schrödinger ein wichtiges Glied bereitgestellt, aber nicht das, welches dem Mann von Natur wegen angewachsen ist und er uns Frauen darbietet. Vielmehr liess unser Katzendenker seinen Geist ausfahren. Er prägte den technischen Begriff – oder besser gesagt: die beiden Wortkoppelungen hereditary code-script und chromose code. Diese Worte beschreiben nichts anderes als die elementare Struktur des genetischen Codes, von dem wir bekanntlich alle allerbestens wissen, dass er allen werdenden Lebewesen vorgibt, wie sie zu wachsen haben. Wir alle wissen zudem auch, dass dieses Script mit seinen vierundsechzig Codons all jene Informationen bereit hält und an die Zellen weiter gibt, die diese benötigen, um sich zu Teilen eines Menschen, eines Frosches, einer Blume, einer Made, eines Virus, gar einer Mikrobe oder eines Geisseltierchens zu formen. In letzterem Falle bildet die Zelle das Ganze. Die vierundsechzig Codons enthalten jene Informationen, welche es überhaupt ermöglichen, dass im molekularen Bereich, der Basis alles Lebens, aus einer Zelle viele Zellen werden und damit Formen entstehen, welche die bunte Palette ausmachen, welche die Natur uns Menschen, selber Teil dieser Natur, präsentiert. Und diese ganze Ordnung basiert auf der Zahl, die auch dem Schach zu Grunde liegt.

Fortsetzung

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