sch-ach-zzh-Schicksal

zzh Schicksal

 

Scheinheilig, selber, du! Als du noch lebtest, waren dir die Desserts deine Zigarette wert. Nun, da du ohne Rotznase bist und nichts mehr riechst, missgönnst du die süsse Speise denen, die mit Nase, Gaumen und Verstand die kühlkeusche Ware zu kosten wissen. Kein frischer Duft von Sahne steigt dir in den Riecher. Deine Zinke ist ab. Die Zigarette hat sie dir zu geteert und weg gebrannt. Aus dem Loch tropft die Missgunst. Dunst, der beim ersten Sonnenschein zergeht, sind deine Wünsche. Dir wird kein Dessert werden. Deine Rache wird an dem Tisch zerbrechen. Spei sie nur aus, die Rache, aus deinem Rachen.

Wie ich, hast du keine Gewalt über diese krause Gruppe. Mit dem Dessert baut sie sich kein Haus, frisst es sich nur weg. Segler’s Frau ist dir wie mir, uns beiden, genauso kein Begriff wie meiner Nase die Kunst, Kuchen zu riechen. Ei, ei, Eiweiss aufgeschlagenes kesses Zitronentörtchen! Hier ist keins. Dort ist keins. Friss du das Dessert. Ich weiss: Mir gilt die Zigarette. Über den Tisch haben wir Gewalt. Auf ihm will ich sie ausbrennen, ausdrücken, zerdrücken. Die Rache ist mein, auch wenn dein Rachen mir dieses Recht raubt, entraubt, zerraubt. Glungks Grete bin ich nicht. Trau nur mir. Trau mir nur zu. In meiner Rache bin ich allein. So allein, wie ich gestorben bin. Der Tod lässt dich allein sterben. Ich! Ich! Niemand wird mit mir meine Rache teilen. Im Leben bist du allein. Im Tod bist du allein.

Oh! Wie glücklich sehe ich dich! Die Zigarette leuchtet hell auf. Du zeigst auf einmal Stärke. Als würdest du Bäume bewegen. Aus deren Rinde drehst du mit zitternden Fingern, was deine Lunge erhellt. Ziehe und stosse und paffe an dem Ding, was deine Lunge hält. Dass du sie mir nur nicht platzen lässt! Den Fünfzehn vom Tisch würd’s um die Ohren fliegen, als Pappe. Wir wollen die Leut doch nicht erschrecken. Erstick an dem Ding, Atembefreite. Niemand soll es merken.

Das Zeugs hält’s. Meine Sache ist fitt. Erzähl du nur von Pappe. Schlapper. Der Schlagkraft meiner Rache bist du nicht wert. Du, der du nie gewesen bist, als Produkt nur des Geists. Ausgeburt eines Schreibers. Vom Leben nie erregt, halte dich am Stift, das dein Leben schreibt. So siehst du mich. So seh ich dich. So bist du nicht mehr als ich. Uns obliegt, was wir sehen, vor uns, zu enden.

Endlich erkennst du das hohe Ziel: Es muss ein Ende gesetzt werden

Sag ich doch schon lang. Auf dieses hohe Ziel ziehe ich den letzten Zug auf meiner Zigarette.

Fortsetzung

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