sch-ach-zyu-auch

zyu auch

 

Keine Kritik an unserer Dessertplatte, bitte schön, fährt Kurt auf. Die Stücke wurden solcherart zubereitet, dass sie über einen gewissen Zeitraum ihre Frische beibehalten. Sie werden nicht zerfallen oder sich auf eine andere Weise auflösen, solange der Würfel rollt.

Die Dessertflotte ist intakt, wenn auch ihre Teile sich bereits über den ganzen Tisch verteilt haben. Die Flotte ist stabil. Ich dagegen zerfliesse bald vor Sitzen. Derart weich gesessen erweist sich für mein Gesäss, dass es nach allen Seiten auseinander geht. Die Süssspeise, nur schon ihr Anblick, setzt mir zu. Sie lässt mich nicht kalt, erwärmt mich. Was sich erwärmt, wird mit jedem Grad flüssiger. Ich bin noch Eis, weil ich mich beherrsche. Aber Eis, das sich erwärmt, wird zu Wasser, dessen Haupteigenschaft nun mal darin besteht, dass es flüssig daher kommt. Darum gebt den Weg für den Verzehr des Desserts frei, bevor es durch unsere Warterei erhitzt wird oder, durch meinen brennenden Blick temperiert, schmilzt und davon fliesst und ich Wasser werde.

Auf welchem Feld willst du dich verflüssigen?

Ja, auf welchem Feld willst du dich flüssig und breit entfalten, um dich als Dahinschmelzender auszuweiten und abschliessend aufzulösen?

Nicht auf dem Schachfeld. Da passt auch kein Dessert hin.

Das Schachfeld, jedoch, mein Lieber, würde es aufgrund seiner durch die vierundsechzig Quadrate klar definierten, vorgegebenen und somit strukturierten Fläche gestatten, auszumessen, wie viel Platz du als verflüssigter Dessertharrer und zerflossener Liebhaber aller possierlich aufgemachten Nachspeisegaumenerfrischer genau einnähmest. Welchen Widerstand würdest du als hingeflossenes Desaster von zu üppig gekosteter Feinkost unseren Hochrechnungen noch entgegen stellen? Schatten deines Selbst, ausgelegt über das Brett, das als Träger der Schachfiguren dient, würdest du dem einen Stein zu Füssen liegen, der uns noch daran hindert, uns diskussionsbeendend an das Dessert heran zu machen. Derart dem Brett ausgeliefert, liegtest du, Welm, zergangen, äusserst flach da.

Fortsetzung

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Eine Antwort zu “sch-ach-zyu-auch

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