sch-ach-zxs-Erdem

xs Erdem

 

Keusche Gedanken gelten auch jenen drinnen. Bewunderung. Bewundernd geht der Blick auf den Überfluss, der auf dem Tisch ausgestellt ist. Geht ins Innere. Prallt ab, geht erneut durch die Scheibe. Scheu, sehrend, ohne bösen Arg. Beschaut den Reichtum auf den Stühlen. Gesundheit ist ein solcher.

Barbarisch verunstaltete Schönheit. Die Welt draussen bietet sie an. Jenseits der Grenzen, die geschlossen sind. Zerstörte Menschen. Weinende Kinder. Schlimmeres. Wer Nerven hat, dieses auszuhalten, halte aus. Wer hat sie? Wir haben sie nicht. Hungerbäuche. Stummelhände. Eiterschultern. Strahlenkrankheit. Neurofibromatose. Loiasis. Trachom. Ödem. Herpes. Wer’s hat, ist dran, fliegt raus. Gelenke, die nicht zusammen arbeiten, keine Schönheit, verkrüppelte Knie, kein schöner Gang. Die Welt, da, draussen, hier, drinnen, erbarmlungslos kommt sie daher, als sei sie aus einem Krankenbett gestiegen und nicht genesen.

Die Strasse, draussen, präsentiert sich: Hoffnungen. Ungeteilt. Ungeheilte Opfer der Medizin, Opfer verwachsener Erbkrankheiten, Opfer fixer Ideen. Ideologiesucht. Religionssucht. Eigensucht. Die Wissenschaft begegnet diesem Menetekel ungeliebter Realität mit Versagen.

Dicke Bäuche, aufgedunsen, als Wohlstandsdefekt überdimensionierten Bierkonsums und Fettverzehrs. Ungelenkes Gehen über die Strasse. Überbreite Fettpolster. Unausgegorenes Gefüge nicht koordinierter Bewegung des Gehapparats. Torkelnd vorwärts. Die Strasse stellt bloss, was das Leben nicht verstecken will. Das Schaufenster, von Innen nach Aussen, gibt Einblick, unerwünschten. Zwischen den Zeilen schleichen, wie durch eine Glasscheibe ersichtlich, Menschenreihen, die lästig das Unglück personifizieren. Ihnen hilft keine Wissenschaft, keine Politik, keine Kultur, kein Glaubensbekenntnis. Die Offenbarung dessen, woran Menschen, unbeholfen geholfen, und Wissenschaften scheitern, linst zu den Glücklichen hinein. Der Würfel rollt. Solange er rollt, das Schicksal nicht zuschlägt, bleibt das Draussen draussen.

Tausende Nerven nicht geheilt. Nicht die Gelenke, ästhetisch zufriedenstellend eingerenkt, wie es sich für einen modern und auf Leistung getrimmten Menschen gehört. Gewandt zeigt das Leben als Schauglas dem Menschen alles, was er verstecken möchte. Keine Auslage vermag das Ausgestossene zu verbergen. Das Leben ist ein Schaufenster. Abgestossene Artgenossen drängen ohne Anstand vor. Der Mensch, ein Fremder unter Menschen. Der versteckt, eigentlich, abgesondert, doch an den Anderen heran tritt. Unerwünscht. Unscheu. Persistent – auf der Flucht zu den anderen Menschen, denen es besser geht. Wirtschaftlich. Gesundheitlich. Ohne Aussatz in der Lebensbiographie.

Fortsetzung

 

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