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Das Geheul dringt durch die abschirmenden Hüllen des glasfasergestärkten Transportbehälters ins Innere des besetzten Raumes: drängend, beengend, ängstigend.

Der Mensch wird im Käfig des rasenden Zuges zum Tier. Die Gewalt anspruchsloser Kräfte konzentriert sich auf eine kleine Ladefläche. Mitten darin: Der Passagier. Er sitzt im Brennpunkt. Technik und Natur arbeiten im Verbund auf dieses Zentrum gerichtet schonungslos gegeneinander. Urkräftige Naturmacht und technische Menschenstärke spannen im Tunnel zusammen gegen jene, die durch die Röhre müssen; heben jeden Widerstand auf. Ein Befreien kommt nicht in Frage, gibt es nicht. Der Rumpf des Zugs drängt als stählerner Bolzen hinein in einen endlosen Albtraum, vorwärts; jedes einzelne Geschöpf schutzlos und seelenlos eingeschmolzen in diesem zusammengefügten Ausbund aus kalt arbeitender Technik und blutigem Pulsschlag. So ungefähr gestaltet sich die Fahrt durch einen Tunnel.

Beklemmend für viele, die, wach, in ihr Dasein schauen. Dieses eigenverantwortlich leiten. Im Tunnel: Kein Ausblick. Kein Weitblick. Der Flug durch die Nacht entspricht der Fahrt durch ein Loch. Der Schreck beginnt mit dem Eintauchen durch das stahlbetonumrandete Bullauge in das ungesellige Ding ohne Ausblick. Ohne Vorwarnung. Ohne vorbereitende, warnende Dämmerung. Eingekesselt in einem Transportbehälter aus chemischen Versatzstücken. Feuerfest und roh. Einfach in den Beginn eines Durchschlupfs hinein. Eine Mausefalle. Auch wenn im Inneren der dahin rollenden, stürmenden Glas- und Metall-Hülle, die vor dem Draussen schützt, Lichter Helligkeit spenden, so erkennt der Reisende durch das Fenster nichts anderes als das Nichts. Dieses kracht auf der hinterliegenden Seite der schützenden Scheibe mit grosser Kraft ungestüm vorbei. Keine Details. Die Tunnelwand gibt nichts von sich preis. Sie ist da. Unweit, in Armeslänge. Aber nicht greifbar. Ein Fenster, das kein Bild gibt. Die Nacht im Flugzeug. Ein langes, endloses unbelichtetes Filmband. Das rasante Klopfen der Eisenbahnräder, das Krachen der Mantelstromtriebwerke hebt die Distanzen auf. Wer in ein Flugzeug steigt, kommt am anderen Ende wieder heraus, ohne dazwischen etwas erlebt zu haben. Als sei er als Filmriss mitgereist.

Das Loch durch den Berg wird länger und erreicht bald die Ausmasse eines Langstreckenflugs, der mit zunehmender Dauer den Druck auf den Kopf erhöht, dröhnend. Was tut man sich alles für das Reisen an!

Fortsetzung

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