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Währenddessen geht auf dem Tisch das Würfeln munter weiter. Noch sind nicht alle Desserts gefallen. Einige Sechser stehen nach wie vor aus. Den Maroni-Gugelhopf hat es bereits erwischt. Er wurde durch den Würfel gefällt. Fussg kürt sich diesen aus. Mit gebackenen Mandeln, wie ein richtiger Gugelhupf, ist er ausstaffiert und einer Krone aus Puderzucker, um das ganze Gewerk zu versüssen.

Weg vom zentralen Tableau gefunden hat ebenfalls der Windbeutel und seinen neuen Standplatz vor Janie eingenommen. Um der Internationalität des Gebäcks und der Gemeinschaft um den Tisch gerecht zu werden, seien hier noch zwei weitere bekannte Namen des berühmten Crème und Sahne-bewehrten Kleinods angefügt: Ofenküchlein und Brandteigkrapferl. In der kleineren Ausformung als Mini-Windbeutel kennt man ihn in Frankreich als Profiterol.

Janie zeigt sich von der sanft wirkenden Maronenmousse angetan, welche, von Schlagsahne umgeben, wie bei einem Sandwich zwischen den beiden Gebäckdeckeln eingeklemmt ruht.

Kabars Wahl fällt auf die Kastanienreistorte. Nüchtern, für sich stehend, ohne alle Beilage, als Mass, jeder überzeugend kalten Ordnung ein Vorbild.

Gut gewählt, Freund! Das passt zum Schach: schlicht, übersichtlich, unkompliziert. Auch ich halte mich heute an alles, was einfach und in seiner Form überschaubar ist. Mein Marron glacé au Cognac entspricht in allen Punkten diesen Vorgaben. Nur nicht zu weit suchen! Wenn man zu viele Fragen stellt, dann stellt dies die Welt bloss auf den Kopf und versetzt diese in Aufregung. Solches ist geruhsamem Überlegen nicht förderlich. Ich singe das Lob der Einfachheit. Denn diese führt am ehesten zu brauchbaren Resultaten. Wenn man, wie ich, auf eine unkomplizierte Lebensweise besteht, dann gestaltet sich das Leben am erträglichsten und alles wickelt sich einfacher ab. Wenn ich um mich blicke, dann stelle ich ganz allgemein und sachlich fest und beobachte, dass es sehr viele Menschen so schwer haben, sich geradezu äusserst kompliziert gehaben; es, um es in einfachen Worten zu sagen, nicht so schön haben wie wir heute Abend, mit einem Dessert vor sich, und ausschliesslich, uns gleich, auf das Grünlicht warten, um in dieses hinein zu beissen. Eigentlich müsste unsere schmucke Runde sich und gleichzeitig das Glas erheben und ein Loblied anstimmen, einen Toast anbringen auf jeden von uns und auf alle die draussen stehen und sich noch weiter weg von uns befinden, auf alle, die auf dieser Erde leben, weil das Leben hienieden so schwer zu ertragen ist und jeder Einzelne es trotzdem durchhält. Das Dessert tröstet uns über diese Widernis hinweg. Ich heisse es darum willkommen; auch wenn meint Toast etwas vorgegriffen ist, haben doch noch nicht alle eines vor sich stehen.

Fortsetzung

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