sch-ach-zwe-folgt

zwe folgt

 

Eine weitere Annäherung an die achtenswerten Reihen, welche das Feld dieser weiten Betrachtung bilden, gestattet noch ein anderes schütternes Lichtspiel. Die aufgerichteten und in Linien gestellten Steinplatten präsentieren sich zum Teil in einer derart beachtlichen Breite und stolzen Höhe, dass ihr Schatten den Betrachter vollkommen eindecken. Auf der sonnenabgewandten Seite der harten, kompakten Form, die ihm den Blick auf die Sonne verwehrt, vermag der solcherart, trotz Tageslicht, in das Halbdunkel versetzte Beschauer die Details auf der ihm zugewandten Front des steinernen Riesen nicht zu erfassen.

Hingegen erscheinen die breiten Seiten der Menhire zur Rechten, zur Linken, im Rücken, welche wie verschwenderisch in Sonnenlicht gebadet sind, heller und klarer und heben sich auf diese Weise von der bedrohlichen Fassade des schattenwerfenden Menhirs wohltuend ab. Eine weitere, jähe Erkenntnis blitzt auf: Die Nähe offenbart nicht die Details; was etwas entfernt im richtigen Licht steht, wird deutlich.

Dieser geschichtsträchtige, aber doch eher verschwiegene historische Ort enthüllt ein seltsames Wechselspiel aus Bedrohung und Befreiung, Licht und Schatten, das von sensiblen Geistesästheten durchaus mit Befremden wahrgenommen wird. Kunstkenner ziehen Parallelen zu Meistern, die in den letzten paar Jahrhunderten, von unserer Zeit aus gesehen, solche Lichteffekte in ihre Gemälde einbauten. Erstaunliche Perspektiven und bezaubernde Lichtspiele erweisen sich nicht als eine Entdeckung, die erst in den vergangenen Jahrhunderten gemacht wurde.

Schon rein die einfache Betrachtung der Steinreihen, die behutsame geistige Annäherung an die gigantischen Felder, das bedachtsame Entschlüsseln von verborgenen Zusammenhängen führen zu einer Vielzahl von verblüffenden Erkenntnissen, die in Worte zu fassen schon damals eine anspruchsvolle Herausforderung bedeuteten. Neue Worte mussten her, welche klarer als die bisher verwendeten Ausdrücke benannten, was aufmerksame Betrachter empfanden, entdeckten, erschauten und für sich an frischen, vielleicht verrückten Ideen ersannen; Worte, die besser als bis anhin der ersten, verwunderten Schaulustigen überraschende Eingebungen festhielten, die wie Geistesblitze aufkeimten und als weit hinauf steigende Gedankenflüge im letzten Moment noch erhascht wurden, bevor die brandneue Erkenntnis sich in den unbekannten Zonen des Bewusstseins verflüchtigte. Dieser flüchtige Gedankenprozess nennt sich kurz und bündig Inspiration. Es wird vermutlich nach dem ersten Anblick der enormen, gut geordneten Steinansammlung nicht bei den Ahs und Ohs der spontanen Bewunderung geblieben sein.

Fortsetzung

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