sch-ach-zvm-Zeitdruck

zvm Zeitdruck

 

Zu bedenken ist, und dies einmal mehr, dass gemäss den Aussagen von Forschern, die Menschen von damals kleineren Wuchses waren als wir aktuelle Bewohner des Erdballs und ihnen darum die grossen Menhire, aber auch die kleineren, grazileren grösser erschienen als uns heute, die wir staunend zwischen diesen massgebenden Steinen stehen.

Die gepflegten Steinalleen laden zum Wandeln ein. Es entsprach nicht nur einer Leistung, die vielen Steine vor Ort zu bringen und aufzurichten. Vielmehr folgte eine neue Leistung, deren Leitgedanke nicht durch die Tumuli, Cairs und Dolmen vorgegeben war, sondern durch den gerade stehenden Menhir und seine Bedeutung. Der Menhir stand für das Leben, die Vielzahl der Menhire, aufgerichtet in Reih und Glied, für eine neue Ordnung, eine Ordnung aber, welche die geradlinig verlaufende Linie der Menhire durch eine Vielzahl von Reihen durchbricht und so aufgrund der verschiedenen Steinreihen ganz verschiedene Durchsichten gewährt.

Nicht nur die Anzahl der Reihen und der Steine wirkt stimulierend auf Denken und Hirn. Im Westen stehen riesige Brocken. Nach Osten hin werden sie auf einer gewissen Distanz kleiner und graziöser. Sie gestatten gar, dass der Betrachter wegen der deutlich geschrumpften Scheitelhöhe der einzelnen Monumente über die verschiedenen Serien von Steinblöcken hinweg sehen kann. Die Brocken zu Beginn der Strecke, die aufgrund ihrer Masse und Grösse die ganze Aufmerksamkeit der Schauenden auf sich bannen, weichen feineren Gebilden aus, die auf einmal Übersicht und Weitsicht gewähren und somit Raum öffnen für freiere geistige Aussichten.

In Carnac kommt es noch besser. Die Topographie des Geländes gestattet an einem bestimmten Ort den Blick aus der Vogelperspektive auf die kulturhistorisch bedeutsame Stätte. Dort, wo der Bach mit dem koketten Namen Kerloquet ein Tal in die Ebene geschnitten hat, schaut der Betrachter von einer übergeordneten Krete auf die andere Talflanke hinüber und merkt verblüfft, dass er auf eine ganze Anzahl von Hinkelsteinen hinab blickt, die einen Hügel hinauf zu eilen scheinen. Das heisst, der Mensch steht über den Steinen, scheint sie, indem er den Überblick hat, zu kontrollieren, während zu Beginn der Alignements der Stein den Menschen kontrolliert.

Möglich wird diese Befreiung des Denkens, weil der Mensch von damals geschickt eine Unregelmässigkeit im Gelände, ein Tal, nutzte, um seine Steinspaliere anzulegen. Auf diese Weise eröffneten sich die Erbauer der Galerien verschiedene Perspektiven auf ihre flotte Schöpfung.

Die Stelle, die der Besucher nach beinahe drei Kilometern Marsch durch die Steinkolonen erreicht und welche die Sicht wie aus dem Flug einer Möwe, von denen es in der Gegend viele gibt, auf den Pulk der aufwärts eilenden Steingestalten gestattet, ist aus einem weiteren Grund äusserst interessant.

Nicht, dass für einen Augenblick lang die bergauf eilenden Standbilder aus der Urzeit wie eine Momentaufnahme in einer Filmsequenz wirken!

Fortsetzung

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Sch_ach

Eine Antwort zu “sch-ach-zvm-Zeitdruck

  1. Pingback: sch-ach-zvl-Lohndruck |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s