sch-ach-zvl-Lohndruck

zvl Lohndruck

 

Ob schon zu Beginn einer supponierten Planung der Steinzeilen als integrer Inhalt von dem, was werden sollte, klar war, dass die Steinreihen weit in die Ebene hinaus gezogen werden sollten, dürfte uns für immer verborgen bleiben. Das Resultat aber, der Bau, lässt sich sehen und wird bereits die Einheimischen wie auch die Besucher von damals gehörig beeindruckt haben, als sie sich zwischen den schweigenden Kolonnen hindurch bewegten. Möglicherweise spielte der Wind mit den Kanten und Zacken der aufgestellten Felsstücke – zischend, pfeifend, harmonisch.

Nicht nur die Länge der Reihen überrascht, sondern auch ihre Anzahl. Wären es zwei oder drei Linien, die nebeneinander her laufen, quasi in immer gleichem Abstand, wäre dies noch hingegangen. Man hätte an einen Zufall denken können, an ein Spiel, an dem sich die Geister von damals versuchten, als sie sich daran machten, ihr Wunderwerk zu verwirklichen. Die nunmehr stehenden Folgen der nüchtern wirkenden Steine ziehen sich aber wie ein breites Band dahin. Wer in die Menhireketten hinein blickt, sich mitten in ihnen befindet, dem öffnet sich der Blick nicht nur in die Weite, sondern ebenfalls in die Breite.

Diese Breite führt dazu, dass der Betrachter sich, schaut er sich um, nach links und nach rechts, vorwärts und rückwärts, unvermittelt dem Gefühl ausgeliefert sieht, er befinde sich in einem Wald aus Riesen, Klötzen und Zwergen, die in erstarrter Position gemeinsam verharren und dieselbe Bausubstanz aufweisen. Dieser nicht aus Holz gewirkte Wald erscheint aus unmittelbarer Nähe betrachtet, als hätte der Zufall den Standort jedes monumentalen Einzelstückes minutiös bestimmt. Dem ist nicht so. Der Blick vor und zurück und zur Seite belehrt den Betrachter, insbesondere, wenn er seinen Standort leicht verschiebt, eines Besseren. Das Metermass korrigiert den Eindruck. Mit einem Male stellt sich das Gefühl ein, die Steinreihen würden sich ordnen und auf diese Weise Ordnung in die eigenen Gedanken bringen. Ihre Masse, ihre Anzahl, ihre sich wiederholenden Formen und die untadeligen Strecken, die sie bilden, führen im Denken eine klare Struktur herbei. Einen Schritt weiter, und schon hat der Betrachter den Eindruck, diese Ordnung falle wieder auseinander. Erneut sieht es danach aus, als werde man von den mächtigen Steinbrocken gleich erschlagen.

Fortsetzung

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