sch-ach-zuz-Unkontrolliert

zuz Unkontrolliert

 

Ein weiteres Element fällt bei den Alignements auf. Nach einigen Kilometern wendet sich der Menhirereigen leicht aber doch deutlich nordwärts. Die Richtungskorrektur wird vermutlich ohne Bedeutung sein. Vielleicht doch. Man wird es nie wissen.

Die Topographie des Geländes hätte es erlaubt, die Steinreihen in ihrer ursprünglichen Richtung weiter zu ziehen, dies trotz des brüsken Einschnittes, den ein Tal bildet.

In Carnac muss eine ungeheure Kraft am Werk gewesen sein. Nicht eine, welche durch den Bizeps wirkt, sondern eine, welche vom Geist getragen und angetrieben wird. Die Alignements sind von einer solchen Weite und auch Präzision, dass durchaus gesagt werden kann: An diesem Ort war ein grosses Denken am Werk, das weit über das hinaus reichte, was denkerisch nötig war, um, aus welchem Geist auch immer, einen Kreis zu ziehen.

Geist und Denken stossen in den unterschiedlichen Strukturen Punkt und Linie aufeinander. Die Alignements bilden an ihrem Startpunkt ein Wechselspiel geometrischer Ausgangsformen und deuten auf diese Weise auf eine schöpferische Auseinandersetzung hin – nicht eines Schöpfers, sondern von Geschöpfen, die mehr wollten, als nur die Natur kopieren oder für sich einen Raum abstecken, wo Menschen zusammen kommen können.

Im Doppelklang von Geschöpf und Schöpfer liegt möglicherweise die Antwort darauf, was in Carnac vor sich ging, als der Mensch daran ging, nicht geleitet von einem Schöpfer, sondern selber Schöpfer, auf der Basis seines eigenen Denkens und Fühlens, seiner eigenen Verantwortung und seines eigenen Entschlusses, ein Bauwerk auf die Beine zu stellen. Er bewegte sich weg von den vagen Eingebungen eines unbestimmten, suchenden Geistes hin zu einem zielgerichteten Denken. Carnac zeugt zu aller erst einmal vom Bemühen, dem Denken, das sich von der Kreisform befreit, eine ganz bestimmte Richtung zu geben.

Aus irgendeinem Grund hätten die Menhire die Struktur des Kreises, die durch einen Mittelpunkt geprägt ist, aufnehmen können. Sie hätten sich sternförmig von diesem Mittelpunkt weg bewegen können. Die Ebene von Carnac bietet für eine solche Konstruktion genug Raum. An anderen Orten standen steinzeitliche Gebilde, welche mehrere Steinkreise umfassten. Das schon genannte Stonehenge gehört zu diesen Modellen früherer Baukunst: Um einen zentralen Kreis bilden sich weitere. Von einem grösseren tritt man in ein kleineres Rund. Ganz anders Carnac.

Fortsetzung

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