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Weitere Beobachter stellen zwischen dem Menhir und dem Universum eine andere Verbindung her. Aus ihrer Sicht weist der Stein auf die Sterne, die Sonne, den Mond oder die Planeten. Er diente dazu, irgendetwas zu messen, etwa den Erdumfang. Eratosthenes errechnete bekanntlich vor über zweitausend Jahren den Umfang der Erde mit zwei senkrecht stehenden Stangen ziemlich genau.

Möglicherweise wurde der Stein aber benützt, um präzise Informationen über die Jahreszeiten zu gewinnen, etwa über die Winter- oder Sommersonnenwende. Sein Schattenwurf kündigte an, wann die Tage im Jahresablauf wieder kürzer, wann wieder länger werden – kündigte also den Frühling an, noch lange bevor dieser in der von Wind und Wetter eisenhart heimgesuchten Gegend am nordwestlichen Rand Europas feierlich und bunt Einzug hielt. Denn der Winter ist ein zäher Bursche, der sich über etliche Zeit hinweg und mit ebenso vielen wütigen Stürmen und beissender Kälte seiner Vertreibung zu erwehren vermag.

Wieder andere Interpreten vorgeschichtlicher Epochen zeigen sich überzeugt, dass der Menhir an der Bucht von Lannion beim heutigen Fischerort Saint-Michel-en-Grève in der Steinzeit den Steuerleuten von Booten auf dem Meer als Orientierungshilfe diente. An diesem schroffen, markanten Stein konnten die Seefahrer von damals ab lesen, auf welcher Höhe der Küste sie sich befanden. Die Spötter, die das behaupten, haben jedoch nie überprüft, ob dieser Menhir auf der Hochebene vom Meer aus überhaupt eingesehen werden kann, geschweige denn von den Wasserläufen in den Tälern, die das Hochland umgeben. Die Theorie der Spötter über diesen prähistorischen Leuchtturm, der tagsüber gesehen wurde, nachts aber, weil er über kein Licht verfügte, seinen Dienst nicht wahrnehmen konnte, findet darum keine Anhänger. Da nützt auch der Einschub nichts: An der Spitze des Steins hätte nachts Reisig gebrannt, am Tag sei mit Rauch auf ihn hingewiesen worden. Die rüden Stürme, welche die Gegend regelmässig heimsuchen, strafen solchen Vorschlag widerspruchslos ab.

Vielleicht diente der Menhir aber doch als Wegweiser. Die Frage ist: Wofür und wohin?

Fortsetzung

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