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Quadrelapapp, kommt es von Jette. Als bunter Vogel, der du bist, bringst du mich auf einen weiteren Gedanken. Du bist der richtige Repräsentant der Farbenlehre. Du kannst zu mir in meine Kugelschreiberlehre kommen. Ich werde dir beibringen, welche Stifte farblich am besten zusammen passen, sodass sie die schönste komplementäre Komposition bilden. Aufgrund des Wissens, das ich dir aneigne, wirst du hierher zurückkehren und die Farbenlehre auf dieses Dessertbuffet übertragen können. Es gibt zwar auch Regeln, denen die Farben folgen. Wenn diese Regeln streng befolgt werden, dann ergibt das Gemalte ganz anregende Kompositionen. In der Malerei können diese Vorgaben auf ganz verschiedene Art angewandt werden. Die ungezählten von der Regel abweichenden Spielvarianten und Eigenarten sind zu grossen Teilen in den Museen ausgestellt. Das Abweichen von der Regel hat auch Platz in der Sprache. Die malerisch variantenreichen Sprachspiele entspringen dem Reichtum, den nur die Poesie zu produzieren vermag und die manchmal nicht den Vorgaben der strengen Sätze der Grammatik akribisch folgen. Sie gehorchen auch nicht auf den Punkt genau den Normen der Dichtung, die rhythmisch und reimend der Sprache ein Korsett, wenn auch ein wunderbares, so doch ein Korsett anzieht. Von diesem Korsett befreit, wird die Sprache zur Poesie. Aufgrund ihrer Regeln und auch aufgrund dessen, was du mit Hilfe der Kugelschreiber über die Farben gelernt hast, wirst du, Vladidir, dieses Dessertbuffet frisch arrangieren und resolut neu komponieren. Du wirst aufgrund der Farben die Stücke frei verschieben und in einem anderen, angenehmeren Verhältnis platzieren, als es diese fehlerhafte Komposition tut. Sie so zusammenstellen, wie du willst. Und weil du die Stücke nicht wie Farben auf ihre Leinwand kleben kannst, wirst du sie immer wieder umher verrücken, so lange und so wie es dir gefällt. Das ist Poesie, die Poesie der Worte, die sich auch in meinen Kugelschreibern findet und die sich unendlich variieren lässt. Treib aber dein Spiel nicht zu weit, Vladidir, sonst wirst du nie dazu kommen, dir dein Stück auszuwählen, das dir nach der Sechs nun zusteht.

Jetzt haben wir also unsere Poesie zum Dessert, die die ganze Ordnung auf den Kopf stellt, statt Ordnung auf die Dessertplatte bringt. Eure Worte haben ein ganzes Wechselbad an Ordnungssystemen aus dieser Dessertzusammenstellung heraus destilliert. So kommen wir aber nicht vorwärts. So kommen wir nie zu unserem Dessert.

Fortsetzung

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