sch-ach-zty-Sparen

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Kaspar hingegen nimmt den Ball auf: Durchaus, aus philosophischer Sicht gesehen, hätte die Platte unter den Stücken selber entfernt werden müssen. Ich erkläre mich: Jedes einzelne Objekt wäre, derart von seiner ihn bindenden Unterlage, so zu sagen von seinem Sockel, seiner Basis befreit, autonom auf dem Tisch gelegen und so zum selbstständigen Subjekt geworden. Derart von seinem Fixpunkt auf der silbernen Platte entfernt, wäre eine variable Zusammensetzung der Subjekte möglich geworden. Sie hätten sich verschieben lassen können, so dass sie den Bedürfnissen der Mitglieder unserer Runde besser entsprochen hätten. Ihr habt richtig gehört: verschieben lassen können! Denn auch wir Menschen gelten – im aktuell besprochenen Fall jedoch nicht – als Subjekte, die von sich denken, sie entschieden selbstverantwortlich über ihr Handeln und Tun. Was aber nicht der Fall ist, wie wir Menschen allzu gut wissen. Der Mensch ist mehr Objekt als er denkt und dies auch in diesem ganz besonderen Fall, in welchem die Desserts in der Tischmitte die Subjekte darstellen und wir Mitglieder unserer Runde notabene aus der Sicht der Subjekte, den Desserts, Objekte. Denn das Ziel der Subjekte sind die Objekte oder vielmehr der Objekte Mund. Das Objekt ist lediglich etwas, das isst. Die Süssspeise hingegen wird durch ihre zentrale Stellung in der Mitte des Tisches zum Zentrum aller Intension und somit Schöpferkraft. Über uns Objekten und den Subjekten, den Desserts, steht allerdings als oberstes Selbst der Würfel. Dieser verunmöglicht mit seiner eingreifenden Hand, dass die Subjekte frei nach uns greifen können und in die Sicherheit der Objekte, ihren Mund, retten können. Schlimmer noch: Die Objekte, wir, gibt der Würfel einmal ein Dessertstück frei, werden ein weiteres Mal Objekt der Tücke, mit welcher der Würfel als Statthalter eines übergeordneten Ichs, Ordnung genannt, das Spiel leitet. Die Ordnung und ihr Stellvertreter, der Würfel, degradieren uns Menschen mit ihrem Spiel. Über den Würfel bleiben wir Objekte, denen es nicht gelingt, des Würfels Spiel zu durchschauen, zu beeinflussen, zu packen. Wir, ursprünglich die Subjekte, just durch den Würfel degradiert, so dass unser ursprüngliches Objekt, nun Subjekt, die Oberhand über uns gewinnt, sind mit dem Rücken an die Wand gestellt. Das Spiel diktiert uns die Bedingungen. Die Bedürfnisse der Beteiligten werden zusätzlich in dem Masse eingeschränkt, wie das Angebot schwindet. Wer sein bevorzugtes Stück Feinkost davon gehen sieht, wird an dessen Stelle jenes Dessertstück setzen, welches als nächstes begehrenswert erscheint. Die subjektive Entscheidung, welche uns in sehr eingeschränktem Masse als zu Objekten mutierten Subjekten noch zusteht, wird mit jedem Stück, das schwindet, mehr eingeschränkt. Das muss gelten, denn das Subjekt verkam zum Objekt. So verhält es sich auch mit der Sprache und ihrer Ordnung der Worte. Manchmal muss ein Satz in einer neuen Wortreihenfolge präsentiert werden, damit er verstanden wird, was einer Umstellung des Angebots auf unserer silbernen Platte entsprecht. Zudem treten ganz überraschende Nuancen auf, wenn mit den bereits in einem Satz benützten Worten ein neuer Satz zusammengesetzt wird. Auf unsere Platte übertragen heisst: Sieht jemand, wie ihm ein Dessert als Subjekt nicht aus der Weite, sondern aus der Nähe zublinzelt, dann kann es durchaus vorkommen, dass dieser Jemand auf seine Präferenz zurückkommt, was das Dessert seiner Wahl angeht, und seinen Sinn ändert.

Fortsetzung

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