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Damit die Geduld all der Leser meiner Chronik nicht überstrapaziert wird, lasse ich die weiteren Wortspiel-Varianten zum Thema Glück aus, die in ihrer Verschiedenheit doch das Gleiche besagen: Das Würfelspiel macht nicht glückselig. Wir haben aber die Wahl nicht. Das Dessert ist klamm heimlich und ohne Widerspruchsrecht an die einfache Zahl Sechs gebunden. Kein Quadrat arithmetisiert diese, keine Infinitesimalrechnung beugt die Hochzahl des Würfels. Ganz einfach: Kein Wurf führt an der Sechs vorbei. Schon gar nicht ein falscher, der irgendwie getürkt ist. An einer Wahrheit im Würfelspiel darf nicht gerüttelt werden, die da heisst: Nichts ehrt das lautere Handeln mehr, als der Wurf mit einem ungezinkten Würfel. Das Rouletterad kann getürkte Zinken aufweisen. Ein Natur belassener Würfel, der mit keiner Tücke versehen wird, entbehrt jeglicher Fallstricke und Widerhaken – auch wenn er wie der Unsere der Sechs ständig aus dem Weg geht und niemandem vor uns eine solche hin setzt. Unser Würfel bestätigt die Regel und somit die Ordnung aller Dinge: Er kullert völlig unparteiisch und lässt keine Sechs liegen. Er hält uns alle in einem spannungsgeladenen Ungleichgewicht in der Schwebe. Das Würfelspiel hat es an sich, dass es viele Enttäuschungen erfüllt.

Die erste, welche die sechs Augen erlösend auf den Tisch – die Ungeduld hat den Schwung von Arm, Hand und Finger verstärkt – knallt, ist Kunigunde. Sie ist selber vom glücklichen Resultat des Wurfes am meisten überrascht und schaut zuerst ganz erstaunt in die Runde und danach auf das Dessertangebot in unserer Mitte.

Wir alle halten hörbar den Atem an; ich weil sich Kunigunde meines bevorzugten Maroni-Soufflé bemächtigen könnte. Meine Angst erweist sich irgendwie aber als unbegründet. Denn solches mache ich in der bereit gestellten, lieblichen Kollektion nicht aus. Da kann ich noch so lange hin schielen, wie ich will. An der Tatsache ändert sich nichts.

Auf der Platte sieht alles danach aus, als sei bei sämtlichen der angetretenen Stücke die Maroni das zentrale und somit bestimmende Grundprodukt. Das zarte Sortiment erstrahlt entsprechend in den verschiedensten braun melierten Farbtönen. Das Weiss des Rahmes durchzieht die Auswahl in abwechselnder Form: gestrichen, als schmale Verzierung gegossen, als Steigerung geschlagen und als Türmchen auf ein Törtchen gesetzt. Glasuren, luftiges Gebäck bei den cakeförmigen Gebilden, hoch aufragend einige Artefakte, andere schmächtig und rund, weitere flach – die Palette des Angebotes auf der Platte reicht weit. Kunigunde hat einen schweren Stand. Sie studiert das Aufgebot an süssen Speisen aufmerksam und setzt dann noch einen drauf.

Fortsetzung

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