sch-ach-zti-geizt

zti spart

 

Kurt Schuster obliegt es, uns darüber aufzuklären, was das offen gelegte, offenbarte Dessert birgt.

Und dennoch: Es scheint mir, dass diese Stimme aus dem Off, die ständig in das Geschriebene hinein drängt und ihr Gesülze in meine Zeilen einstreut, Einfluss auf den Verlauf unseres Abends nimmt. Dieser unbekannte sich Einmischer will die ungeteilte Aufmerksamkeit vom Dessert, das vor uns liegt, mit grobem Schwung, mit brachialer Wucht weg lenken, weg von unserem trauten Zusammensein. Ich muss diese unbekannte Komponente im Protokoll scharf im Auge behalten, während ich aufschreibe, was Kurt eben verkündet:

Meine Damen und Herren, ich habe Wort gehalten. In vollendeter Pracht liegt unser Dessert auf dem Tisch. Mehr wollen wir gar nicht erreichen. Gründer, könntest du bitte den Deckel hinter die Theke bringen und dort in der vorgesehenen Ecke versorgen. In meiner Hand hindert mich dieser Deckel am Reden. Ich danke dir, dass Sie meiner Bitte so schnell nachgekommen sind, ruft Kurt dem verdutzten Davoneilenden nach. Alles ist wieder in seiner Ordnung. Das Du hat ins Sie zurück gefunden. Alles harrt wieder friedlich der Dinge, die da kommen werden. Das Bestellte steht vor uns, stellt Kurt sachlich fest. Jetzt verhält es sich aber nicht so und Ihr habt Euch auch nicht solcherart zu gehaben, dass die Herren den Damen den Vortritt lassen, was den Zugriff auf das Dessertangebot betrifft, oder umgekehrt – wie die Ausnahme von der Regel bestätigt – die Damen für einmal den Herren den Vorrang gewähren. Vielmehr findet jetzt eine brutale Auslese statt, insofern aber doch nicht so brutal und gewalttätig, als dass sie zartbesaitete Damen unter uns, von Abscheu erfüllt, sich von uns wegdrehen heisst. Denn jeder und jede von uns wird buchhalterisch gesprochen auf seine – ihre Rechnung kommen. Der Weg zu dieser gerechten Ordnung, die in die von Makeln weitgehend verschonte Gerechtigkeit mündet, sofern Gerechtigkeit überhaupt zu Glück führen kann, zielt unmissverständlich und ganz eindeutig auf ein einziges, ein ganz bestimmtes, singuläres Objekt in diesem Raum hin. Den Weg zu diesem für einige unter uns vollkommenen Glück, für die anderen ernüchternden Einsicht in die dahin schmelzende Dessertvielfalt, wird uns klar und deutlich und fehlerfrei dieser Würfel weisen. Der simple Trick in der ganzen Sache heisst ganz einfach: Wer eine Sechs würfelt, greift der Sieben als Glückszahl vor und greift sich auf der Platte ein Dessert seiner Wahl.

Fortsetzung

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