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Wenn der Stier mit seinen Hörnern auf mich zielt, dann muss ich auf seinen Angriff vorbereitet sein. Was mein Gehilfe Kurt Schuster hier anrichtet, stellt einen direkten Angriff auf meine Person dar. Klartext reden! Das ist mein erstes rotes Tuch, das ich ausfahre, um mich zu schützen. Herr Kurt Schuster weiss, was diese, meine Reaktion bedeutet. Und er weiss, wie darauf zu reagieren ist. Kluge Vorsicht hat nichts mit Animosität zu tun.

Das mit der Sieben habe ich nicht bedacht. Hätte ich es getan, dann hätte ich nach einem Würfel gesucht, der an der statt der Zahlen eins bis sechs eben diese Sieben enthält. Wer die Sieben gewürfelt hätte, wäre, und das ist meine feste Überzeugung, aus dem Rennen gefallen, an welchem er sich mit seinem Würfelspiel beteiligt hätte, kommt es frech von Kurt. Er fährt nicht scheu weiter: Dieser Würfel aber, der vor uns seine Zahlen sinnlich von eins bis sechs präsentiert, enthält nicht das verflixte siebte Jahr, das so manchem zuerst verliebten Paar in Zeiten der sich anbahnenden Beziehungskiste zum Verhängnis wird. Niemand wird jedoch in unserem Spiel aus dem Rennen geworfen. Denn die Sieben fehlt. Im Gegenteil. Kurt schweigt. Soweit seine sybillinischen Worte. Das Schweigen dauert an. Wir schauen uns an und werden aus der Sieben auf dem Würfel, die dort nicht eingraviert ist, nicht klug, wie Kaspar mit einigen Worten andeutet.

Wir schauen Jette an. Sie hat den Schlagabtausch zwischen Welm und Kurt ausgelöst.

Mein Nachbar Kabar sagt: Die Sieben ist eine Glückszahl, die der Würfel nicht zu erschliessen vermag.

Doppeldeutig gut gesagt, quittiert Kaspar

Von ihrem Begleiter Kabar derart sekundiert, fährt Jette fort: Die fehlende Glückszahl ist das eine. Der Würfel ist aber noch aus einem weiteren Grund in den Möglichkeiten sehr eingeschränkt, die er eröffnet. Die Zahlen eins bis sechs formen ein sehr eingegrenztes Feld.

Genauso verhält es sich mit dem Schachfeld, fährt Welm dazwischen. Es muss mit läppischen vierundsechzig Felder auskommen. Das ist ein Nichts verglichen zur immensen Vielfalt, welche die Welt kreiert hat und welcher das Leben zugrunde liegt.

Das Schach mit seinen vierundsechzig Feldern eröffnet allerdings dem Schachspieler eine viel grössere Auswahl an Wegen, um seinen Zug zu ziehen, als der Würfel dem Glücksspieler. Dieser sitzt auf den sechs Zahlen, die der Würfel vorgibt, fest; diesen Zahlen, die ihm, dem Spieler, zudem vorgeben, was es zu tun hat. Der Spieler hat keinen Einfluss auf die Zahl, die für ihn fällt, hält Jette Welm entgegen. Der Grund dafür wird darin liehen, dass im Zusammenhang mit dem Schachspiel jeweils das Wort Zufall nicht benützt wird, hingegen beim Würfelspiel schon. Trotz seiner geringeren Perspektiven, die er eröffnet, bietet der Würfel nicht den Raum für klare und sachliche Berechnungen. Das Schach als ein Gedankenbrett tut dies. Statt des Würfels, Herr Schuster, könnten Sie ein Schach in unsere Mitte stellen. Es würde dann weniger danach aussehen, als seien wir dem Zufall ausgeliefert. Mit dem Schachbrett hätten wir etwas geistig Festes in der Hand, um unsere Sache vorwärts zu bringen und das Dessert herbei zu komplementieren.

Fortsetzung

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