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„Ich, ich meine wir zwei, Nadja und ich, könnten stundenlang warten, wenn es um das Essen geht und etwas wirklich Geschmackvolles folgt. Der süsse Nachgang muss aber mit Bestimmtheit nachrücken, sonst ist das Warten nur wertvolle, aber vertane Zeit.“ Der Kommentar stammt von Wilhelm.

„Wilhelm, mein lieber Willi, ich werde dich mit Lorbeer schmücken. Du sprichst mir aus dem Hunger. Ich werde dir einen Maronenkranz winden, wie ich ihn zu Beginn des Abends getragen habe. Jetzt liegt er als biologisch leicht abbaubarer Teppich in all seine Einzelteile geschreddert über den ganzen Boden verteilt und das nur, weil diese ganze Gemeinschaft aus egoistischer Unachtsamkeit und selbstgefälligem Eigennutz das naturrein organische Wunderwerk selbstversessen niedergetrampelt hat. Was auf den Boden gefunden hat, kann nicht mehr zusammen gesetzt werden. Ich werde dir aber ein neues, maronengetragenes Gebinde knoten. Denn ich entdecke in dir einen Menschen, der mir gleicht, einen Mann, dem nicht der Genuss obenauf steht, sondern das pure Geniessen der besten Speisen überhaupt. Dir, mir, uns kann nur das Köstlichste aufgetragen werden. Darum, mein lieber Gründer, mein lieber Freund: Du stehst als Drittelsteilmenge der Geschäftsführung in der Pflicht und vor einer grossen Herausforderung. Du musst uns mit einem Dessert zum Schweigen bringen, das in seiner Güte jenem Wert entspricht, den unsere lange Wartezeit vorgibt und die wir aus diesem ehernen Grund nicht zu kritisieren brauchen.“ Das ist Vladidir.

„Mich nimmt es wirklich wunder, was man uns unter der Bezeichnung angekündigtes Dessert auftischen wird. Was nun aufgetischt werden wird, muss die Marone wirklich ausstechen. Denn an dieser haben wir uns satt gegessen. Das Dessert muss noch besser werden als die Marone, damit wir wieder begeistert zugreifen können.“ Das sagt Nadja, die wahrlich schon ausgesprochen mollig daher kommt. Letztere Bemerkung streich ich aus dem Protokoll, denn mit dieser Bemerkung wird keine Aussage wiedergegeben, die an diesem Abend geäussert wird, sondern lediglich eine unpassende und zudem persönliche Stellungnahme von meiner Seite – obwohl sie sehr passend ist. Denn wohlbeleibt ist die Nadja wirklich.

Ja, diesen unsachlichen Einwurf muss ich in der Tat streichen, denn ich melde doch auch nicht, dass Fussgs Krawatte in der Zwischenzeit leicht verrutscht ist und er diese nicht wieder zurecht gerückt und gebunden hat. Auf diese Anmerkung geht er nicht ein. Er hält sich vornehm zurück und sagt dazu nichts.

Fortsetzung

 

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