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zrm Handel

 

Wir bewegen uns irgendwie in einer Auszeit. Hier drinnen, bei uns, herrscht fast etwas wie Ferien. Aus den Musikboxen schalt verhalten ein Song. Hinter dem Tresen werkeln die Drei vor sich hin. Mir kommt es nicht in den Sinn, dass irgendjemand auf dieser Erde Sorgen haben könnte.

Wir schauen den Leuten, die vorbei gehen, zu und denken ihnen nicht nach. Jene von uns, die mit dem Rücken zum Fenster sitzen, unterhalten sich. Eine gewisse Ruhe liegt über dem Raum. Albträume haben es an sich, dass sie nicht beruhigen, sondern ermüden; erstens. Zweitens: Warum hat uns dieser Albtraum über die Ordnung heimgesucht? Meldet sich etwa die Ordnung mit Wucht zurück? Was will sie? Ist sie es, die mit unvorhergesehenen Texten ständig in meine Arbeit hinein pfuscht? Das beunruhigt und schlägt mir auf das Gemüt.

Meine Chronistinnenaufmerksamkeit lässt nach, setzt zum Teil aus. Hinter der Theke telefoniert einer der Männer. Uns muss dies nicht interessieren. Es wird Kurt sein.

Wir lehnen uns zufrieden und selbstgefällig zurück und verfallen für kurze Zeit etwas schlaftrunken einem gemächlichen Nichtstun, satt von dem, was wir verspeist haben. Der Moment könnte endlos dauern, wie dann, wenn man sich in einem Liegestuhl genüsslich hin und her räkelt, um die Glieder an sich zu ziehen und dann wohltuend wieder aus zu strecken, so dass sie sich schliesslich entspannen. Dabei gilt: Nichts anderes am ganzen Körper darf sich ausser den Gliedern bewegen. Der Geist schwebt weg. Die Sonne scheint herab und wärmt die Knochen. Süsser, matter Müssiggang fördert wohltuend und liebevoll die Schläfrigkeit. Jeder geht in sich. Die Gespräche ruhen. Wir schauen uns an, den Bauch voll geschlagen, und denken: Was soll da noch kommen und unsere Ruhe stören? Ein Dessert? Auch das werden wir hinter uns bringen.

Nach ihrem Durchzug lassen Albträume den Menschen wie erschlagen zurück. Er muss sich wieder aufrappeln, nach Luft schnappen und zurück zu Fassung und Kraft finden.

Wir sind daran, mit ausgelebter Passivität unser Gleichgewicht ins Lot zu bringen. Dazu braucht es eine Atempause, quasi ein Sichgehenlassen, loslassen von allem, was der Alltag an Schwere und Bedrängnis mit sich führt.

Was gibt es Schöneres, als in den Ferien in einem Strassenkaffee zu sitzen und den Anderen bei ihrer Verweigerung jeder unzumutbaren Handlung zuzuschauen. Das ist Entspannung pur. Arme, Beine und Schultern schlummern. Die Muskeln pausieren. Das Denken setzt aus. Die Träume steigen an die Oberfläche. Die guten Träume! Sie verlieren sich bald in der Zeit. Die wenigen Gedanken, die sich im schläfrigen Schädel bilden, eilen ihnen nach. Das ist süsse, nimmersatte Musse.

Fortsetzung

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