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zqz weltberühmter

 

Vorbildlich! Das ist vorbildlich und nenne ich Ordnung, wenn die Schachfiguren auf einem öffentlichen Spielfeld bei Nichtspiel im Figurenkasten abgelegt werden, quittiert Gründer die Worte seiner Nebensitzerin Jette. Sie fährt ungerührt fort: Wir könnten uns hier wirklich auf ein Spiel einlassen, indem wir die Knochen auf dem Tisch solcherart aufstellen, dass sie – das Wort Gründers aufnehmend – eine Ordnung bilden und man mit ihnen spielen kann. Es muss nicht unbedingt Schach sein. Wie wäre es mit einem Knochenmikado, dem die leer gegessene Anrichteplatte als Unterlage dient? Die grossen Knochen geben drei Punkte, solche mittlerer Grösse zwei und die kleinen einen.

Behüte, mein Gott, nein! Was werden die Leute draussen von uns denken? Nicht auszudenken! So etwas wirft ein abscheuliches Licht auf unser Lokal und das Renommee ist dahin, schreit Kurt überlaut und erhebt sich dabei leicht.

Warum regst du dich auf? Ein Simultanschach wird auch öffentlich gespielt. Das wird für unser Knochenmikado genauso passen. Wir angeln uns mit Messer und Gabel die Knochen. Das geht wunderbar.

So etwas ist nicht in Ordnung. Mit Speiseresten lässt sich nicht spielen. Ich kann solches nur als den konfirmierten Ausdruck der Verachtung der Küche interpretieren, firmiert Kurt seinen vorherigen Zwischenruf.

Die Knochen eignen sich besser für unser Spiel als die Schachfiguren. All jene, die zu uns herein schauen, wären entsetzt, wenn wir hier Schachfiguren aufstellen würden. Sie würden uns als eitel ansehen. Wenn wir aber jetzt mit den knugeligen Knochen herum klunkern und nach ihnen klauben, dann denken die da draussen: Das passt wunderbar zum dicken, fetten Braten, den wir eben mit Wohlgenuss vertilgt haben. Es hat so alles seine kesse Ordnung, was wir da treiben, meint Kunigunde.

Nichtsdestotrotz. Die Knochen bleiben auf dem Tisch, wie sie liegen, ereifert sich Kurt weiter. Mit ihnen wird nicht gespielt. Wir sind keine Totenräuber.

Man könnte sie weg räumen. Sachgemäss Ordnung machen und halten. Das würde ich Ordnung nennen, wirkliche Ordnung, eine Ordnung, die nichts, aber auch rein gar nichts mit eurem ganzen Allotria wie simultanes Schachmeistern, gemeinschaftliches Twistern oder fröhliches Tischtanzen zu tun hat, knurrt Wilhelm.

Das ist eine sehr gute Idee. Man hat uns ein Dessert versprochen und ich glaube, es tut sich nicht gut, wenn ich als Plektarier Knochen schiebe. Knochen gehören zum Hund wie zu mir die süsse Speise. Das ist meine Meinung und mein Beitrag zu dieser Knochendiskussion. Und um meine Meinung zur Ordnung auf einen kurzen Nenner zu bringen: der Knochen dem Hund, die Nachspeise mir. Auf diese Weise machen die Knochen den Weg für die nächste Speiserunde frei, der Abend gedeiht weiter und damit auch unsere Laune, doziert Vladidir.

Fortsetzung

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