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zqs genannte

 

Tollheiten! An diesem Abend höre ich nur Tollheiten! Ich will mich doch nicht für euch knicken und recken und nach den Bestimmungen eines Knochenspiels meine Glieder strecken und meine eigenen Knochen brechen.

Doch, das mit dem Twister und den Knochen ist eine tolle Idee.

Eben, sage ich auch: Eine Tollheit!

Die aber begeistert. Die draussen werden auch ihren Spass daran haben, wenn wir uns nach dem Diktat der Knochen über das Spielfeld beugen und wie Biester unsere Arme und Beine ineinander legen, um uns schliesslich in einer geeinten Rudelformation zusammen zu schliessen, in der jeder Körperteil jenen eines anderen innigst berührt

Twistern ist wie Tanzen. Man kommt mit dem Körper eng an den anderen heran – und ihm gefällt’s.

Sofern du nicht vorher einknickst, umfällst und zum Kissen für die anderen wirst. Das nennt sich Twisterschicksal.

Und das mitten in den sperrigen Knochen.

Unsere Knochen sind mit Speck, Sehnen und Muskeln gut ausstaffiert. Sie werden dir nicht wehtun, dich weder stechen noch schlagen, wenn du beim Twistern in sie hinein fällst. Auch nicht plagen und kneifen. Denn an ihnen ist Fleisch dran, das vor scharfen Knochenecken schützt und sich dafür geschmeidig und einfühlsam an das Fleisch des Anderen kuschelt.

Danke, mir genügt das Fleisch im Teller. Die Knochenverrenkungen könnt ihr für euch behalten. Euer Spiel steht völlig ausserhalb jeder Ordnung, für die unser Schachgrossmeister noch eintreten kann. Die Knochen geben dem Fleischspiel, das ihr anstrebt, zudem eine makabre Note.

Nein, das ganz und gar nicht. Sie sind uns vielmehr eine wertvolle Stütze in den schwierigen Lebenslagen, in welche uns der Twister hinein führt.

Was meinst du damit?

Wenn man beim Twistern sein Gleichgewicht verliert und hinfällt, dann passiert es, dass man wie in einem Sandwich eingequetscht und eingeklemmt zwischen anderen Körpern platziert ist. Mit den Knochen als Stützen können wir uns über den anderen Körper im Gleichgewicht halten, so dass wir fleischlich nicht ineinander geraten.

Und das nennst du Lebenslagen? Das ist übertrieben. Das, was ihr anstrebt, nennt sich liegen. Nichts anderes als ineinander liegen, mit oder ohne Knochen. Die dienen euch lediglich als Alibi. Auch mit den Knochen werdet ihr einknicken und sich eure Glieder ineinander verstricken. Als geistige Stütze stelle ich euch nichts mehr als eine Präzisierung in euren Gedankengängen zur Verfügung: Statt die gepriesene Lebenslage grossspurige in eure fadenscheinige Argumentation aufzufahren, rate ich euch ganz einfach nur von Positionen zu sprechen. Sogar von missratenen Positionen, weil ein Mensch nun mal nicht lange auf einem Bein stehen kann. Der Mensch ist einfach nicht für den Twister gemacht. Den Twister schlagt euch aus dem Kopf.

Fortsetzung

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