sch-ach-zho-Geld

zho Geld

 

Mit dem kleinen Unterschied hatte es folgende Bewandtnis. Wen die beiden Frauen jeweils abends oder auch am Tage zwischendurch aufs Bett stiegen, um der Liebe zu frönen, wussten sie, welcher der beiden Männer sie jeweils zum Liebesspiel empfingen. Denn sie sahen sofort diesen kleinen Unterschied, den nur sie kannten und der erst sichtbar wurde, wenn die Kleider vom Leibe fielen und die ganze Schönheit des Mannes sich vor der wartenden Frau entfaltete.

Denn am Glied, das der Mann zur Frau führt und ihr einführt, war bei einem der Männer die Spitze beschlipst, der anderen hingegen trug die Eichel frei. Manche nennen dieses Stückchen Haut, das bei einem der beiden Männer fehlte, das Hütchen. Andere Männer gehen an dieser Stelle unbehütet durch das Lebern und tragen ihre Mannheit trotzdem ganz sorglos an die Frau heran.

Kurz: Alle Aussenstehenden wussten nicht, nur die beiden Paare, dass einer der beiden Männer beschnitten war. Doch die beiden Frauen hüteten dieses Geheimnis und sagten niemandem etwas davon, so dass die Lehre von dieser Geschichte über die Ordnung lautet, dass niemand von denen, die zugehört haben, weiss, welcher von den beiden Männern den bescheidenen Unterschied der Beschneidung auf sich trug. Alle, die den Vieren begegneten, hielten sie für gleich, obwohl eine Kleinigkeit sie voneinander unterschied.

Oder anders gesagt: Auch wenn die vielen Menschen, welche diesen Planet bevölkern, nach Gestalt und Farbe unterschiedlich sind, sogar zahlreiche Unterschiede aufweisen, gleichen sie sich doch alle – ohne Unterschied.

*

Die Geschichte spricht an. Aber das mit der Moral am Schluss, das hättest du fallen lassen können.

Zuerst die Knochen und das Schach und nun diese Geschichte, die irgendetwas mit Ordnung zu tun haben soll – die Interessen gehen an diesem Abend wirklich weit auseinander. Der Schachchef wird seine liebe Mühe mit uns haben, wenn er die Knochen wieder in ihre Ordnung bringen will.

Du vergisst eines: An unserem Tisch hat er die Wahl zwischen Knochen und Brüsten. Ich gehe schon davon aus, dass er das Richtige wählen wird und sich voll meinem Busen zuwendet, in welchen er ruhig versinken kann. Ich werde ihn nicht daran hindern. Von meinem Vorbau kann ich ihm ganz viel anbieten. Der sticht die Knochen bei weitem aus. Unser Schachvormann kann sich von ihm nehmen, so viel er will.

Im Simultanschach hat er nur Augen für das Brett, meint Kabar. Das Spiel auf dem Brett bildet den absoluten Fokuspunkt, auf den er sich konzentriert. Sonst scheitert er im Tournier.

Ach, hör schon auf. Wenn der Meister so gut ist, wie sein Titel sagt, dann kann er sich darauf beschränken, die Figuren mit der rechten Hand zu verschieben, während er den anderen Arm souverän hinter dem Rücken verborgen hält und, nachdem der Zug getätigt ist, zum nächsten Spieler weiter schreitet. Dort erfasst er mit einem Blick die Situation, entscheidet und schiebt die nächste Figur. Es ist sehr gut möglich, gesteht Kaspar, dass er dabei Zeit findet und sich nimmt, um einen Blick auf den Spieler zu werfen, der am Brett sitzt, oder – an mich gewandt – auf die Spielerin.

Fortsetzung

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