sch-ach-zha-und

zha und

 

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als uns von der Schönheit ab zu wenden.

So ist es nicht gemeint. Dann schon lieber die Ordnung opfern.

Müsste sich die Schönheit von diesem Tisch verabschieden, dann würde es wohl mich treffen und ich müsste der treuen Seele in meinem Teller sagen: Leb wohl, geliebter Braten, der du dich mir als vollendetes Dreigestirn in den Weg gelegt hast. Gleichwohl, wiewohl, obwohl ich dich hier noch als kleiner Haufen vor mir liegen habe und dich so stehen lassen müsste, um den ich mich so besorgt bemühe, würde es mir sehr weh tun, wenn ich ginge. Mir würde es so Leid antun, wenn ich dich voller Untreue hier sitzen liesse, du, der du mich mit so zahlreichen Liebkosungen den Magen warm gehalten hast. Als kleines Bisschen hältst du noch von dir etwas, so klein wie du auch bist, grosszügig für mich bereit. Wie kann ich da gehen, dir meinen breiten Rücken als letzten Gruss offerieren, wo doch Gabel und Messer sich in Sehnsucht danach verzehren, sich weiterhin deiner anzunehmen? Du willst mich einfach nicht gehen lassen. Immer wieder überraschst du mich mit deinem Duft, mit jeder deiner Bewegungen betörst du mich von neuem, wenn ich mit meinem Besteck in dir wühle und immer neue, kostbare Fasern aus deinem immer kleiner werdenden Ganzen löse. Jedes Häppchen bildet eine weitere Liebeserklärung. Wie kann ich da von dir lassen?

War das dein Abschiedsgesang?

Also, mein Schöner, du kannst jetzt wirklich nicht weg gehen. Du darfst mich nicht mit meinem Teller allein hier sitzen lassen. Unsere Teller sind eins.

Werde ich natürlich nicht tun, dich sitzen lassen. Hiermit kann ich ganz offiziell verkünden, Nadja: Die Schönheit wird nicht vom Tisch gehen.

Es ist doch erstaunlich, wie sich die Schönheit der Marone mir nichts, dir nichts auf deinen runden Bauch überträgt, als hätte die Schönheit, und das sind wir, einfach nichts zu dieser Dislokation zu sagen.

Die Dislokation der Schönheit gibt es nicht. Sie ist überall.

Das Interessante an der Schönheit besteht darin, dass sie überall gleichzeitig erscheint, also appariert und auf diese Weise all jenen die Köpfe verdreht, die denken, sie sei gerade an einem anderen Ort, und dann ganz überrascht sind, sie vor sich zu haben.

So ganz einfach verhält es sich natürlich nicht mit der Schönheit, korrigiert Fussg Kaspar. Es kommt auf den Einfallswinkel der Schönheit der Frau an, mit dem sie auf dich als Betrachter einwirkt.

Was für einen Winkel der Frau, erkundigt sich Kurt.

Die Winkelzüge führt der Mann aus, nicht die Frau, bemerkt Kunigunde.

Diese Aussage wage ich zu korrigieren und drehe darum die Reihenfolge von Mann und Frau auf Frau und Mann um, wendet Gründer ein.

Dreh nicht zu weit! Denn es wirkt zuweilen ganz peinlich, mit welcher Eilfertigkeit sich Wendehälse nach jeder Schönheit drehen, die sie kreuzen. Ich rede nicht einmal von jenen Männern, die mir in den Rücken stieren. Die Strassen sind vielmehr nach allen Seiten voll von diesen Kreuzrittern des heimlichen Guckens. Alles dreht sich nach der Frau, wohin die Frau auch blickt, meint Janie

Alles dreht sich um die Frau, bemerkt Kurt trocken.

Der schönen Frau, ergänzt Kabar.

Fortsetzung

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