sch-ach-zgo-noch

zgo noch

 

Wir wollen keinen getrennten Tanz von Männern und Frauen. Wir wollen einen gemischten, einen gemixten Tanz von uns allen, ruft Janie, an dem alle teilhaben, ob sie nun das Tanzbein zu schwingen wissen oder nicht.

Mixen, das ist ein gutes Wort! Die Menge mischt sich, der Plektarismus gewinnt an Raum, jubelt Vladidir.

Nein, keinen Tanz, der als Einheitsbrei aus der Tube gedrückt wird, wehrt Kunigunde ab.

Wir wollen einen Tanz, der aus der Hüfte wächst und den ganzen Körper mitschwenken lässt, der von den Füssen hinauf zu den Schulter steigt und wieder hinunter, der die Knochen bricht und den Kopf verhext, der die Körper dorthin und hierhin dreht, der, meisterlich ausgeführt, die Gestalten verbindet, wenn Körper an Körper sich drängt, verkündet Gründer.

Edel gedacht, merkt Vladidir an.

Zwei müssen den Anfang machen, konstatiert Janie.

Vladidir, wie wär‘s, wenn wir beide uns als erste auf den Tisch stellen. Du kannst dich meiner satten, schlanken Beine, meiner mildwilden Frauenbeine annehmen, die deinen Lustbarometer steigen lassen, wenn sich die Tanzbeine beim Tanzreigen aneinander reiben. Ich werde die Lust, die in dir wächst, an deiner Latte ermessen. Und du wirst sie an meinen Bewegungen abwetzen dürfen, aber züchtig, wie es sich beim Tanzen gehört. Nichts Extatisches oder so! Solcher Überschwang könnte einigen unter uns ernsthaft aufs Gemüt schlagen, nicht wahr, Kurtli. Das kommt von Arigia.

Also, mit Kurtchen würde ich mein Tanzbein liebend gern wetzen und zur Lustentwicklung des männlichen Barometers schwingen. Aber, ich denke, dass Kurtchen nicht mit mir auf den Tisch steigen wird. Ihn würde mein schnelles Bein schnell ausstechen. Bei dir jedoch, Arigia, da lasse ich offen, wessen Beine dem anderen den Laufpass geben, also, um schachlich zu reden, matt stellen, dem anderen den Meister zeigen.

Mein Herr, mit Ihnen Tanzen? Kommt nie in Frage.

Wenn du, vorlauter Vladidir, im Tanz zweiter machst, dann werden wir deinen gepriesenen Allerheiligsten, den du über deine Kleidung glorifizierst, nehmen und uns erdreisten, ihn zum Massstab zu degradieren, der uns lediglich die krummen Nägel misst, welche die Ganz, das Huhn und die Wachtel in Form halten und kurz und bündig Knochen genannt werden. Das ist Kunigunde.

Ein Huhn, eine Ganz und eine Wachtel, die gut in den Knochen stehen, messen sich nicht an deinem Wurmvorbau, mein lieber Vladidir, sondern präsentieren sich im ästhetischen Gleichgewicht, das ihnen jene Schönheit verlieht, welches dem Federvieh zukommt, solange es lebt und sich gegenseitig den Hof macht, bemerkt Kaspar.

Fortsetzung

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