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Das Quartett ist ein Ausscheidungsspiel.

Bei einem Quartett ergibt sich der Meister von selber, etwa bei einem literarischen Quartett. Der Rhetorik gesundes Geschick trennt von der Spreu der Lippen erhabenster Erguss.

Meine Güte, Kaspar, wo hast du diesen Vers heraus gedrechselt, entfährt es Wilhelm.

Nun, es geht darum, dass wir einen Meister finden. Das entspricht dem allgemeinen Wunsch. Um dieses Ziel zu erreichen, sind mir die besten Worte nicht teuer genug. Da scheut der Kasper kein Müh. Bei einem literarischen Quartett kristallisiert sich der Meister sehr schnell aus dem anderen Gesprochen heraus, sofern im Quartett überhaupt jemand auf einen solchen Titel Meister Anspruch erheben darf und dessen würdig ist. Hingegen, wenn alle hier mit derselben Begeisterung bei dem Spiel mitmachen, wie sie sich ankündigt, dann ist zu befürchten, dass in unserem Quartett niemand Meister werden wird.

Das Spiel steht dann auf patt, stellt Jette fest.

Mit einem solchen Vorsatz kommen wir nicht weiter, diagnostiziert Wilhelm.

Patt ist das Resultat des Lebens, führt Kaspar ins Feld.

Schon wieder Totentanz, entschlüpft es Janie.

Nein, das Gegenteil davon, korrigiert Vladidir, ohne ausführlicher zu werden.

Weder literarisches Quartett noch Patt des Lebens als religiös sinnstiftendes Element rollen den Ablauf unseres Spiels mit den Knochen an, mokiert sich Wilhelm.

Als Spielfiguren verfügen wir auf unserem Tisch nur über die Knochen, die niemand anrühren will, und als Spielfeld die Teller. Was soll man mit diesen Dingen für ein Spiel beginnen? Es braucht also irgendetwas, das uns weiter bringt.

Den Meister.

Die Knochen auf dem Teller sind das eine, das andere die Leute, die um den Tisch sitzen. Ich weiss nicht, ob alle zum Spieler taugen.

Mit dem Quartett – und auch wenn es literarisch ist – kommen wir nicht weit. Bei unserer Anzahl geht das Spiel nicht auf. Wir sind fünfzehn. Es fehlt uns eine Person, um die Vier als Teiler der Sechzehn vollständig verwirklichen zu können.

Eben, dieses Eine, das ist das, was uns fehlt und das für uns alles ins Reine bringen soll, rechnet Wilhelm durch. Diese eine Figur, im Gegensatz zum Schach leibhaftig aus Fleisch gemacht, fehlt als Herr im Haus oder als Frau des Hauses, als Person, die dafür sorgt, dass etwas läuft, dass es vorwärts geht, als ordnende Hand, als Meister.

Fortsetzung

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