sch-ach-zfx-Selbstverwirklichung

zfx Selberverwirklichung

 

Ach nein doch nicht, weil ich weiss, dass du längst eingesehen hast: Wir müssen die Marone teilen. Das hast du längst begriffen. Ich sehe es deiner Nase an.

Ja, mein liebes Bäuerchen, du musst gar nicht so unschuldsvoll in die Gegend blicken.

Bäuerchen hat nichts mit Bauch zu tun.

Dennoch wird die Marone geteilt und zwar jetzt, bestimmt Arigia mit Nachdruck, den Tonfall entsprechend anpassend.

Und wir sind nach wie vor fünfzehn und somit sind die Stücke nicht grösser geworden.

Dafür umso kostbarer. Ein Stück, was sage ich! Ein Splitter, so gross wie ein halber Stecknagelkopf für jeden von uns. Das ist alles, was für uns abspringen wird. Umso mehr Gewicht wird aber dieser Maronensplitter aufgrund der Kraft seines Geschmacks aufweisen, den er für den kurzen Augenblick, in welchem er in unserem Mund zergeht, frei setzt. Er gibt lediglich so viel von seinem Duft frei, wie nötig ist, um unseren Geschmacksnerv mit voller Wucht zu treffen, so dass er in helle Aufregung gerät und uns aromagierig den Weg für alles Weitere öffnet, was nach dem Duftsplitter noch als Wohlgeruch kommen wird.

Nun, wenigstens ist der Splitter schon mal was für den Magen, ein Anfang nur, nicht viel, aber trotzdem was im Magen, brummt Wilhelm.

Falsch gesehen! Der Splitter ist nicht ein Anfang. Er ist der echte Beginn, den man nicht unterschätzen darf. Mikroskopisch klein bietet sich das Stück an und aus der Sicht unseres mächtigen Wilhelms noch kleiner. Aber jeder Gourmet weiss: Auf die Grösse kommt es nicht an. Auf den Duft hingegen klar. Dieser macht den Mangel an physischer Grösse bei weitem wett und weckt den Appetit auf weitere Happen. Die Platte muss Nachschub liefern. Der frei gesetzte Duft der Marone, der sich entfaltet, bildet die Einladung, den Willkommensgruss, den endgültigen Anschub zum Nachtmahl. Der Duft des Splitters leitet ein ins Bankett und meinen und deinen Blick neugierig nach links und nach rechts, zu den Anderen, die am Tisch sitzen und teilhaben wollen am Festschmaus. – Kaspar hat Fahrt aufgenommen. – Die Augen schauen aus nach dem, was da Leckeres auf dem Tische bereit liegt. Nach den anderen Tellern äugen sie weniger und dann nur kurz, denn die sind noch leer. Das geteilte Fleisch der Marone ebnet den Weg zu weiteren Leckerbissen. Der duftstarke Maronensplitter formt den Auftakt zur Lusterfüllung im Genuss suchenden Mund und bereitet den Gaumen für die nächsten Genüsse vor gleich dem Kuss, der nur den Anfang bildet für das Schwelgen in noch mehr Sinnenfreuden. Es fragt sich nur: Wie sieht dieses Mehr beim Kuss aus? Wie sieht dieses Mehr bei der Marone aus? (…)

Fortsetzung

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