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In den Dingen hat alles seine Ordnung.

Wussten wir doch, dass am Gerücht mehr wahr ist als Wirklichkeit in dem, was der Mensch klar sagt.

Die Wachtel hat jenes Ei geboren, das Kurt mit seiner Schere nicht verletzen wollte. Denn dieses Ei verfügt nicht über eine harte Schale. Kein Strich auf der Haut der Marone!

Eine solcher Anblick verleitet natürlich die Protokollistin dazu, über ihren eigenen sachlichen Schatten zu springen, literarisch zu werden und die Rede schreibend zu schwingen über das Ei des Kolumbus, des Pudels Kern, das ewige Geheimnis der Liebe, die Enthüllung des Grals oder über die Fragen nach den letzten Dinge des Seins. Sprachbilder also zu bemühen, die mit grossen Augenblicken zu tun haben, diesen auf den Punkt bringen und des Moments besondere Bedeutung veranschaulichen.

Zweckgerichtete und phantasievoll ausgebaute Wortgebilde verfügen über die magische Kraft, jenen denkwürdigen, einmaligen Augenblick stimmig zu würdigen, in welchem die Unschuld ihre Naivität verliert – oder ist es umgekehrt: in welchem die Naivität ihre Unschuld verliert?

Grosse Augenblick haben es an sich, dass sie schwer mit Gemüt und Verstand zu fassen sind. Ich bleibe beim Aufnehmen des Protokolls und verbrenne mir nicht den Mund an Sprachspielen, die den Nagel nicht auf den Kopf treffen. Ich konzentriere mich darauf, zu notieren, was ich höre, statt selbst zu sprachphilosophieren. Es kann nur schief gehen, wenn die Protokollistin mitdenkt, statt schreibt. Wenn sie mitdenkt, verliert sie ihre Unschuld, die Protokollistin. Stimmt: Sachlich neutral protokolliert und ohne jede wortgewaltige oder theoretische Interpretation muss es heissen: Wenn die Protokollistin mitdeutet, verliert sie die Unschuld. Und das missfällt. Der Verlust der Unschuld hingegen gefällt, denn er öffnet Wege zu neuen Freuden und Abenteuern. Das weiss jede Frau, das weiss jeder Mann.

Der Anblick, den die Marone bietet, wirkt aber trotz der fehlenden Wortspiele überwältigend und lohnt den Einsatz eines gebührenden rhetorischen Aufwands.

Die Haut der Marone ist kein Bisschen angeritzt, völlig unverletzt. Kurt hat ganze Arbeit geleistet.

Im Moment, in welchem die Frau ihre Unschuld verliert, geht die Haut weg, ein Stück Haut nicht grösser als die Marone. Im Fall der Marone verhält es sich geradezu umgekehrt: Die Haut muss an ihrer Stelle bleiben. Das Messer, in unserem Fall die Schere, darf sie nicht zerreissen. Eine kluge Beobachtung, die Kaspar macht.

Im ersten Fall muss die Haut fallen, im zweiten bleiben, sekundiert Janie.

Fortsetzung

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