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Alles hält den Atem an.

Auch das Huhn wirkt gut gefüllt.

Ein erhabener Augenblick, meint Kaspar.

Stimmt. Ich zitiere vorrangig etwas viel jene Personen, die direkt neben mir oder im näheren Umkreis sitzen. Meine beste Freundin hat mich bereits von drüben überdeutlich verbal angeschrieben, damit ich wahrnehme, was sie zu sagen hat. Angeschrien, also ob ich sie versetzt hätte! Vielleicht galt ihr Ruf nicht mir. Bei einer derart grossen Gruppe, wie wir sie bilden, weiss man oft nicht, wer mit wem spricht.

Mit meiner Chronik tu ich sicher einigen Teilnehmern an unserer Runde Unrecht an und zwar jenen, die sich nicht in meiner unmittelbaren Umgebung aufhalten. Ich muss darum fortwährend daran denken und darauf achten, dass ich meine ganze Aufmerksamkeit ungeteilt wirklich allen zukommen lasse, wie fern sie sich mir auch befinden. Ebenfalls die Aussagen jener, die mit einem Platz an den Tischenden Vorlieb nehmen müssen, gehören aufgeschrieben.

Wobei, jetzt, im Moment, derzeit muss ich nicht genau hinhören, denn niemand sagt etwas. Alle warten darauf, dass sich das Huhn entfaltet und als goldene Krone über die Gans legt. Danach können wir dann endlich die Stücke unter uns aufteilen, die Flügel uns hungrigen Damen, die Schenkel den Herren.

Sogar Arigia ist für einmal ruhig und reagiert nicht nach ihrer Art auf die beiden Reizwörter Öffnen und Schenkel. Anblick und Spannung haben vermutlich auch sie auf Engelsflügeln in den kulinarischen Leckereienhimmel entführt, sie, die sonst ihre Flügel bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Schultern gewisser Herren schlägt, die hohes Lob für die äusserst eng drapierten Schenkel des Grünen äussert. Sie hätte sicher gern als Alternative zu den Hühnerbeinen an diesen geknabbert. Aber wir wissen alle, dass er nicht auf Frauen steht.

Arigia hätte einwerfen können: Weil sie nicht des Grünen Schenkel erhalte, nähme sie Vorlieb mit einem solchen des Poulet, in welches Kurt gerade mit der Schere hinein fährt, um die Brust zu teilen.

Arigia schaut aber ebenfalls gebannt zu und tut nicht, was ich ihr eben unterstellt habe, nicht als gewissenhafte Chronistin, sondern als vorlaute Schreiberin, die sich für einen kurzen Moment nicht an ihre Pflicht hielt und auf ihre Aufgabe besann.

Fortsetzung

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