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zfg auf

 

Anstechen! Um unseren Tisch wird das Wort völlig neutral und ohne literarische Verfremdung, Verwüstung benützt. Denn hier weiss, ahnt niemand etwas von meinen Streitereien mit unserem Autor und dessen Versuchen, mir in meine Chronistinnenarbeit mit Wissenseinflüssen hinein zu pfuschen. Nicht Einflüssen wie von Wasser, das die Erde belebt, sondern im Sinne von Beeinflussen. Überdeutlich macht er immer wieder seine Absicht kund, den Sinn des von mir Festgehaltenen ab zu ändern und somit den wahren Gehalt des von mir verfassten Berichts in den Abfluss zu leiten, der allen Dreck der Kanalisation zu führt. Unwahrheiten und Ungereimtheiten fliessen in die Berichterstattung über unseren Abend ein. Ich, die Berichterstatterin, soll offenbar gemäss der Redensart „Der Überbringer der schlechten Botschaft wird bestraft“ dafür gerade stehen, dass unsere Geschichte eine andere Richtung nimmt als jene, welche die Marone vorgibt.

Er, der Geheimnisvolle über uns, tut so belesen, als müsse er Kaspar Konkurrenz machen. Ich sage aber davon den Anderen am Tisch nichts, sonst würde die komplizierte Erzählkonstellation, in welche mich mein stiller Begleiter hinein zieht, noch thematisiert und endlos verhandelt. Wie den Leuten erklären, was jenen und mich zusammenführt? Bis ich den hier Sitzenden nur schon dargelegt habe, was es mit meiner Chronistinnenpflicht auf sich hat! Darüber könnte die Sonne am Horizont aufgehen und die Gans wäre noch immer nicht geöffnet. Die Damen und Herren, all meine Nachbarinnen und Nachbarn würden anschliessend auch noch ihre Existenz hinter fragen und gar nicht darüber staunen, dass sie noch nicht verhungert sind, wo die Gans doch noch fest verschlossen ist. Sie würden sich zur Schlussfolgerung erdreisten, mich gäbe es auch nicht und somit auch nicht diese Chronik, geschweige denn irgendeine Planmässigkeit in unserer Geschichte.

Eine solche Einstellung würde die strenge Ordnung am Tisch, die wir nach etlichen Anläufen zur Zufriedenheit aller schliesslich doch noch zustande gebracht haben, völlig aus den Fugen heben.

Unsere Gans würde glatt noch kalt und wir könnten sie als kaltgestelltes Fleisch nicht mehr geniessen. Eine erkaltete Gans stellt nur noch zähes Fett. Und wir würden nie wissen, was es mit dieser Marone auf sich hat, von der bisher und nach wie vor jede Spur fehlt.

Fortsetzung

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