sch-ach-zfe-ohne

zfe ohne

 

Die Decke über uns gibt uns Recht. Auf der Schwenktreppe taucht erneut ein Schuh Kurt Schusters auf. Der andere folgt behutsam. Es tut sich sachte etwas, Schritt für Schritt. Kein Gerumpel, kein Gedröhne, keine herab fallenden Flaschen oder anderen Gegenstände, kein ohrenbetäubendes Rumoren, aber ein Ton, der Vertrauen weckt: Das Tasten der Schuhe die Treppe herab macht deutlich, dass ein Gegenstand mit grosser Vorsicht getragen wird – und zum Vorschein kommt, wen überrascht’s: Nun, was überrascht, ist das, was er in seinen Händen hält: zwei kleine Schüsseln, die gar nichts enthalten, was Huhn oder Gans gleicht, sondern ein marmorenes Gebilde.

Die Spezialisten unter uns erkennen sofort: Es handelt sich um Kartoffelstock und zwar um einen doppelfarbenen. Hübsch angerichtet, das müssen wir unserem Kurt lassen. Er erntet sogleich Applaus, wie er die beiden Schalen auf dem Tisch ablegt; kunstvoll ausbalanciert, so dass ihnen kein Schaden entsteht.

Der Herr entschwindet ein zweites Mal über die Leiter in die Höh, lässt nicht lange auf sich warten und erscheint alsbald mit einer weiteren Platte gequetscher Kartoffeln, wie der Stock weit herum auch genannt wird. Ebenfalls auf dieser Platte sind die Kartoffelpürees wunderbar geädert ineinander gezogen und auf diese Weise fabelhaft und ästhetisch vollendet gemischt. Auch dieses Gefäss findet seinen Platz in unserer Mitte.

Dann befördert der Herr, der sich im Moment ausserordentlich geschäftig im Lokal bewegt und alles in seine richtige Ordnung bringt, die Schwenktreppe wieder zur Decke hinauf. Danach lässt er sich zwischen uns auf seinem Platz nieder.

Wilhelm blickt ihn an: „Wo haben Sie diesmal das Rezept geklaut?“

„Bevor wir Kurt wieder an den Pranger stellen, sollten wir die Gans anstechen. Sonst wird sie noch kalt, kehrt in den Ofen zurück, um sich zu wärmen, und wir haben das Nachsehen.“ Mit diesen Worten schneidet Janie Wilhelms befürchtete langatmige Standpauke an Kurt kurz.

Die drei auf dem Tisch platzierten Kartoffelstockhüte erweisen sich als wahre Wunderwerke, sowohl als geschmackvolle Kleinode für die Augen wie auch als ansprechende Duftblumen für unsere Riechorgane, bemerkt Kaspar.

Fortsetzung

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