sch-ach-zet-ohne

zet ohne

 

Jetzt fängt die auch noch an, würgt Wilhelm fassungslos heraus und sinkt ermattet in sich zusammen.

Meine Dicke ist nie eine Entschuldigung für die ganz grosse Gans, die mir der Kerl gestohlen hat. Eine kaltblütige Rezeptentwendung ist ethisch und moralisch gesehen von so grossem Format, dass sie in keine Gans hinein passt, wie aufgeblasen sie auch daher kommt. Dieser abgekartete, in gemeinsamer Arbeit ausgeführte Diebstahl ist ein eiskalt berechneter, ordentlicher Messerstich mitten in mein Herz hinein. Es müsste ein Elefant sein, der hier auf diesem Tisch liegt, um so viel Schuld fassen zu können, wie sie Herr Schuster und seine ganze Kumpanei zustande gebracht hat. Nur ein Elefant schafft es als Braten so viel Fassungsvermögen frei zu machen, so dass der ganze Ausbund an Frechheit, den dieser Herr an den Tag legt, hinein geschaufelt und verstaut werden kann. Auf diesen frotzigen Flaschengeist vor uns gemünzt reicht das Wort Diebstahl nicht aus, um zu beschreiben, was er mir angetan hat. Der Kerl stiehlt mir meine Rezepte und stellt sich dann auch noch kühn vor mich hin. Den Gefallen werde ich ihm aber nicht tun, aufzustehen und beleidigt davon zu gehen oder ihm, was viel besser und angebrachter wäre, den Hintern mit einer kräftigen Tracht Prügeln zu versohlen und ihm so die Zinsen mit viel Kraft und Energie auszuzahlen. Er hätte eine Million Schuldscheine verdient, die ich ihm an den Hintern heften sollte. Keinen Cent wird er aber erhalten. Wenn er geschlagen werden will, dann soll er es selber tun. Er ist meine Mühen nicht wert.

Ganz richtig, meint Kaspar, auch wenn der Braten gestohlen ist. Der wird aber kalt, wenn wir weiter an ihm und auch über ihn hinweg reden und unsere Worte nicht auf ihn zu führen.

Jetzt bin ich auch noch Schuld daran, dass der Braten kalt wird, weil er, der Kerl, mir die Idee gestohlen hat und ich ihn dafür zur Rede stelle. Nun erkennen Sie, Herr Schuster, vielleicht, was Sie mit ihrer unverhohlenen Unaufrichtigkeit angerichtet haben. Ich sitze jetzt auf einmal auf der Anklagebank und Sie freut’s insgeheim, wie immer, wenn uns etwas zustösst. Sie gehören auf diese Anklagebank und dem Spott aller ausgestellt. Statt dessen grinsen Sie als aufrecht gestellte Witzfigur, welche Falschen hält, statt sich selber als Flasche hin zu stellen und sich als solche einen Zapfen in den Mund zu schlagen, damit nie mehr aus diesem etwas Dummes heraus kommt und das zum Wohl der Menschheit.

Nicht so wild, mein lieber Welm, der Braten wird nicht kalt werden. Er ruht auf einer Wärmeplatte und ist zudem auch so kugelrund wie du. So rund, das erhält warm. Der Braten nimmt sich ein Beispiel an dir und findet darum unsere vollste Bewunderung. Zudem mein Liebster –

 

Fortsetzung

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