sch-ach-zel-Arbeit

zel Arbeit

 

Ich, und noch einmal rücke ich mich in den Vordergrund, um erläuternd anzufügen: Wir Karikierte sind doppelt gestraft. Denn die Speisung von oben lässt auf sich warten; genauso wie man uns Zeit lässt, darüber zu raten, was mit dem Droben ist, weil nichts hernieder kommt. Wenn man als Henne auf dem Hühnerbalken selber zur Karikatur wird, dann bleibt nichts anderes übrig, als all das, was oben geschieht oder eben nicht geschieht, selber zur Karikatur zu machen. Die eigene Intuition muss bemüht werden und herhalten, damit man in der maronenfreien Zeit selber überlebt und jene Karikatur hergackert, welche die Draussen auf die Stange setzt und sie zu Federvieh macht, das dumm vor sich hin und nach uns blickt und dabei nach dem Korn des Gaffers pickt, um aus der unterwürfigen Perspektive des Lauernden nach fremden Leuten zu glotzen. Ob man dabei alt oder jung ins Auge fasst: Voyeurismus ist es alle mal. Der Hühnerhof ist nicht hier drinnen, sondern dort draussen.

Wie sollen wir unser freudiges Erwarten den draussen trist auf ihren Stangen sitzenden Beschattern kundtun? Von uns will niemand zu ihnen. Diese sollen nicht erfahren, dass wir hier drinnen sie draussen zu Hühnern gemacht haben. Von dieser Zeichnung brauchen die Spanner draussen nichts zu wissen. Die Zeichnung soll unser Geheimnis bleiben, auch wenn sie in meinen Aufzeichnungen auftaucht und so öffentlich wird.

Das Allerdümmste, warnt Kaspar, wäre, wenn wir aus den Blicken der Hereinguckenden einen Strick drehen und mit diesem unsere Karikatur von denen da draussen an die Seile befestigen würden, die unseren Lift hoch und nieder fahren lassen. Mit einer derartigen Konstruktion würden wir uns selber von unserem Proviant abschneiden. Denn das Gute muss von oben kommen. Das sehen wir selber – wie Kunigunde richtig bemerkt – ein. Ein solcher Schildbürgerstreich würde uns selber zur verdienten Karikatur machen.

Unser Schluss aus der Situation gemäss Nadja: Zur Karikatur geworden sieht es schlecht aus, selber Karikaturen zeichnen zu wollen. Wir würden uns nur in die eigenen Maronen beissen lassen, die wir nicht haben, so Nadja weiter, und uns das wegnehmen lassen, was wir nicht haben, sagen wir alle im Chor.

Wir sind uns selber die reinste Karikatur. Eigentlich sollten wir alle auf den Tisch hinauf steigen, so wie es Arigia und Gründer bereits getan haben, nicht um zu tanzen, sondern um die Decke herab zu reissen und zu schauen, was sich dahinter verbirgt. Vermutlich würde uns mit der Decke die Küche über den Kopf herab fallen. Wenigstens wäre unter den Trümmern was zum Fressen dabei, so der sarkastische Kommentar eines hungrigen Magens.

Fortsetzung

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