sch-ach-zeh-Blut

zeh Blut

 

Bei ihrem zweiten Herniederkommen führt die Platte erneut keine Speise mit, sondern bauchige Weingläser, fünfzehn an der Zahl. Auch nach diesen greifen wir und verteilen sie unter uns, so dass der Schlitten ein weiteres Mal empor fahren kann.

Erneut sinkt er nieder. Und diesmal bringt er vier Flaschen roten Weines. Bereits entkorkt und vermutlich auch angeschmeckt. Was nicht der Fall ist!

Arigia fordert uns auf, den Wein zu prüfen, um sicher zu stellen, dass er in Geschmack und Wärme das hält, was die Farbe verspricht.

Ich werde geradezu poetisch, während ich diese Szene beschreibe.

Der Schlitten hat sich bereits wieder entfernt.

Arigia und Gründer räumen die Kelche weg, andere schenken den Wein ein. Die Gläser werden auf das richtige Mass gefüllt, die geleerten Flaschen von Gründer hinter die Theke gebracht, die angefangenen an einer neutralen Stelle positioniert.

Dieser Einstieg in den voraussichtlich kulinarischen Teil des Abends gestaltet sich geradezu als ein wütendes Hin und Her zwischen Decke und Tisch und Tisch und Theke. Von oben herab das Gedeck aufzutragen entspricht zudem einer etwas sonderbaren Art und Weise, die Tafel aufzutragen. Unter uns erwachen die Geister wieder und werden nach wenigen Augenblicken unruhig. Nach der Poesie kann ich mich wieder etwas prosaischer ausdrücken: Der Warenlift lässt auf sich warten.

Erste Stimmen werden laut: Dass der Lift nur hält und nicht auf den Tisch hinab knallt! Auseinanderbricht und dabei die Weingläser zerstört! Unseren Tisch spaltet und ihn in zwei Hälften auf den Boden nieder reisst.

Möglicherweise befindet sich, mutmasst einer zu meiner Seite, in der Tischplatte eine Fallklappe, die sich urplötzlich öffnet, wenn etwas herab kracht, so dass es nicht auf dem Tisch zerplatzt und das Mahl verpatzt, sondern durch den Tisch hindurch fährt und auf dem Boden seine Bescherung anrichtet, fernab all unserer hungrigen Mäuler. Wo kämen wir hin, wenn die Platte, die in die Luft fliegt, uns den Mund nicht mir Maronen, sondern mit Splittern füllt.

Diese kluge Beobachtung kommt von Welm. Vermutlich hat er Angst, dass ihn die „Maronenplatte vom Tisch wegputzt“, kommt es von der anderen Seite.

Von Marone kann keine Rede sein. Darin sind wir uns alle einig. Der herein brechende Duft ist viel zu betörend. So schmeckt wenn schon ein maronierter Braten, sofern es die Marone ist, die mariniert, und sicher keine gebratene Marone. Wenn das anders wäre, dann würde etwas mit der Ordnung der Dinge nicht mehr stimmen, sagt Kabar.

Nach Marone duftet es nicht, es riecht nach Braten. Nach Fett und Fleisch.

Vladidir rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Ob er das Vegetarische nicht erschmecke, fragt Kunigunde – boshaft, ergänzt Kabar.

 

Fortsetzung

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